Aus Kreisen, die den Gesprächen nahe stehen, ist zu hören, dass Generalsekretär Mark Rutte jüngst von Vertreterinnen und Vertretern mehrerer nördlicher NATO-Staaten gebeten wurde, eine neue Überwachungsmission im arktischen Bereich zu sondieren. Die Anfrage wurde auf einer Sitzung des Nordatlantikrats laut, heißt es, und Rutte erhielt zudem das Mandat, sämtliche derzeitigen Aktivitäten der Alliierten im Norden zusammenzutragen und in Kürze einen umfassenden Bericht abzuliefern. Der Wunsch nach Handeln ist auch eine Reaktion auf die jüngsten Aussagen des US-Präsidenten bezüglich Grönland, die in vielen europäischen Hauptstädten für Stirnrunzeln sorgten. Damit wollen Kanada und die europäischen Bündnispartner auch ein Zeichen setzen: Territoriale Provokationen gegen einen NATO-Staat dulden sie nicht. Seltsam eigentlich, dass das Thema Arktis – obwohl klimatisch entlegen – plötzlich politisch so brisant anmutet. Wer hätte gedacht, dass eisige Regionen zum geopolitischen Brodeln führen?
Die NATO berät derzeit über eine mögliche Aufstockung ihrer Überwachungsaktivitäten in der Arktis. Ausgelöst wurde die Diskussion durch neue Drohungen des US-Präsidenten gegenüber Grönland, was die Partnerstaaten alarmierte. Generalsekretär Mark Rutte wurde beauftragt, zeitnah einen Bericht über die Lage und Aktivitäten der Allianz in den nördlichen Gebieten zu erstellen. Zugleich wächst die Sorge der europäischen Mitglieder über eine potentielle russische Expansion und zunehmende militärische Präsenz in der Region. Experten weisen zudem darauf hin, dass der Klimawandel die Arktis strategisch wichtiger macht, da neue Seewege entstehen und Rohstoffe leichter zugänglich werden. Laut einem Artikel auf der Webseite taz.de verdichten sich die Hinweise, dass die militärische Bedeutung des Gebiets künftig noch weiter zunehmen wird.