EU-Rat winkt Mercosur-Abkommen durch

Es ist soweit: Die EU gibt grünes Licht für das Mercosur-Abkommen. Nach zähem Ringen steht die Tür zur Handelszone mit Südamerika jetzt weit offen – zumindest vorerst.

09.01.26 18:13 Uhr | 8 mal gelesen

Still und fast unspektakulär lief’s ab: Am Vormittag debattierte man in Brüssel, am Nachmittag mussten die nationalen Regierungen nur noch ihren Daumen heben – oder, naja, eher virtuell nicken. Unerwartete Dramen? Fehlanzeige. Gegen Abend dann die Ansage: Ja, es kann losgehen! Heißt konkret: Die EU will jetzt zusammen mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay handeln. Sicher, ganz durch ist das Spiel noch nicht – das Parlament und die Mitgliedsländer haben weiterhin ein Wort mitzureden, und ganz vorbei an jedem Protest dürfte es auch in den nächsten Wochen nicht gehen. Aber der entscheidende Knopf wurde gedrückt: Schon bald könnten wichtige Branchen von weniger Bürokratie und niedrigen Zöllen profitieren. Es geht – um die Klassiker wie Landwirtschaft, Auto, Medikamente und Chemie. Aber auch digital und im Finanzbereich steht einiges auf dem Spiel. Und, fast schon typisch: Große Pläne, hohe Erwartungen, doch nicht alles ist schon spruchreif.

Auf dem Papier ist die Einigung da, doch der Weg zur vollständigen Umsetzung des Mercosur-Abkommens bleibt steinig. Viele EU-Länder, darunter auch Deutschland, versprechen sich einen wirtschaftlichen Schub, vor allem für Exportbranchen und Investoren. Kritiker weisen jedoch auf Schwächen beim Umweltschutz und das Fehlen verbindlicher Sozial- und Nachhaltigkeitsklauseln hin – gerade im Kontext des Amazonas-Regenwaldes und indigener Rechte flammt die Debatte immer wieder auf, wie zahlreiche Kommentare in der europäischen Presse berichten. Neuere Berichte bemerkten, dass das Ratifizierungsverfahren wohl weiterhin zäher verlaufen könnte, da Frankreich und Österreich nach aktuellem Stand erhebliche Bedenken anmelden. Außerdem kommen Stimmen aus der Landwirtschaft auf, die vor einem verzerrten Wettbewerb in der EU warnen, während Umweltverbände alarmiert bleiben. Insgesamt bleibt die Situation also angespannt und der politische Streit über Nutzen und Risiken tobt weiter, auch wenn aus Brüssel zunächst Erleichterung zu verspüren war.

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