Die Bereitschaft zum Anbieterwechsel auf dem deutschen Strommarkt ist so präsent wie kaum zuvor. Laut der neuen Simon-Kucher-Studie zeigt rund ein Drittel der Kundinnen und Kunden (33 %) ganz offen, dass sie derzeit zu einem Wechsel des Stromversorgers bereit wären. Besonders auffällig: Wer noch keine zwei Jahre beim aktuellen Anbieter ist, denkt mit etwa 50 % Wahrscheinlichkeit ans Verlassen. Thomas Haller, verantwortlich für den Energiebereich bei Simon-Kucher, sieht darin ein deutliches Signal, dass das Vertrauen in die Versorger schwindet.
Traditionelle Stadtwerke und örtliche Anbieter, oft in der Vergangenheit Heimat für treue Kundschaft, büßen weiter ein: Nur noch knapp über ein Drittel der Teilnehmenden hält den lokalen Versorgern die Stange. Konkurrenz bekommen sie vor allem durch digitale EnergieTech-Firmen, deren Kundschaft offenbar weniger wankelmütig ist. "Alte Vorteile wie regionale Nähe reichen nicht mehr aus", bringt es Michael Kässer, ein weiterer Partner, auf den Punkt.
Ein großer Streitpunkt: Steigende Preise. Bereits Erhöhungen von rund fünf bis 15 Prozent veranlassen drei Viertel der Befragten, aktiv über einen Wechsel nachzudenken. Die Branche kann sich also auf flinke Reaktionen einstellen. Gleichzeitig gewinnen Vergleichsportale als Vertriebsweg rasant an Bedeutung: 70 Prozent der Neukunden kommen heute schon über externe Plattformen. Allerdings ist das keine solide Basis – nach dem Erstvertrag überlegen sich mindestens 60 Prozent der Vergleichsportalkunden erneut einen Wechsel. Fazit: Wer den Kontakt zur Kundschaft outsourct, gefährdet die nachhaltige Beziehung.
Die zugrunde liegende Befragung stammt aus Januar 2026, in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Appinio, und bezieht 1.000 Teilnehmende ein. Die vollständigen Ergebnisse und weitere Analysen sind in Kürze bei Simon-Kucher erhältlich.
Die Energiebranche in Deutschland verstärkt ihren Wandel: Etablierte Versorger – einst durch langjährige Beziehungen geprägt – verlieren stark an Rückhalt. Die Kunden heutzutage reagieren empfindlich auf Preisveränderungen, was die Branchenbindung weiter schwächt. Insbesondere der Trend zu Vergleichsportalen hat das Machtgefüge verschoben: Während einst die Regionalität zählte, ist heute digitale Reichweite und Preistransparenz entscheidend.
Laut zusätzlicher aktueller Berichte auf www.sueddeutsche.de bestätigen massive Preiserhöhungen und eine wachsende Unsicherheit nach wie vor die Wechselbereitschaft vieler Verbraucher, die immer häufiger kurzfristige Verträge bevorzugen. Quellen berichten zudem, dass nicht nur Preis, sondern auch Transparenz, Servicequalität und Nachhaltigkeitsversprechen eine zunehmende Rolle bei der Wahl des Energieversorgers spielen. Inzwischen reagieren viele Stadtwerke mit neuen Digitalangeboten und gezielten Treueprogrammen, um die Abwanderung zu stoppen.