Frauen selten Hauptverdiener in deutschen Paarbeziehungen: Einkommenslücke bleibt

Auch 2025 bleibt es in Deutschland ungewöhnlich, dass Frauen das Haupteinkommen in Paarhaushalten erwirtschaften. Warum das so ist – und was aktuelle Daten dazu sagen.

heute 08:11 Uhr | 4 mal gelesen

Es ist kurios, aber eben auch typisch: In kaum jedem zehnten Haushalt, in dem zwei Erwachsene zusammenleben, bringt die Frau mehr Geld nach Hause als der Mann – das hat das Statistische Bundesamt kürzlich erst wieder bestätigt. Die genaue Zahl? 9,9 Prozent der Paare, um es exakt zu sagen. Andersherum sieht es ganz anders aus: In über jedem zweiten Haushalt hat traditionell der Mann die finanzielle Nase vorn (55,8 Prozent). In gut jedem dritten Doppelhaushalt (34,3 Prozent) kommen beide Partner auf ungefähr dasselbe Einkommen – was dann fast schon modern wirkt. Interessant wird es, wenn man genauer hinschaut: Paare ohne Kinder sind oft annähernd gleichauf – immerhin in 38,5 Prozent der Fälle. Was ebenfalls auffällt: Bei ihnen steuern Frauen häufiger das Hauptbudget bei als in Familien mit Kindern (11,4 Prozent im Vergleich zu 7,7 Prozent). In Haushalten mit Kindern ist die Verteilung fast schon einen Tick klischeehafter – zwei Drittel der Männer sind hier die eigentlichen „Ernährer“, während der Anteil der Frauen, die diese Rolle übernehmen, weiter auf dem Rückzug ist. Warum bleibt dieser Unterschied so zäh? Ein Grund sticht hervor: Mütter reduzieren ihre Arbeitszeit sehr viel öfter als ihre männlichen Partner. Väter wiederrum schuften meist weiterhin Vollzeit. Und, ehrlich gesagt, so richtig viel verändert hat sich an diesem Bild in den vergangenen Jahren nicht. Der Anteil der Frauen als Hauptverdienerin sank sogar leicht von 10,5 Prozent in 2021 auf 9,9 Prozent im Jahr 2025. Männer verloren ebenfalls etwas an Quote (von 58,8 auf 55,8 Prozent), während die Zahl der Paare mit annähernd gleich hohen Einkommen spürbar gestiegen ist. Ob das nun schon der große Fortschritt ist? Darüber kann man zumindest diskutieren.

Frauen nehmen weiterhin selten die Rolle des finanziellen Hauptverantwortlichen in deutschen Paarbeziehungen ein. Besonders in Familien mit Kindern bleibt das Muster traditionell, da viele Mütter zugunsten der Familie ihre Arbeitszeit reduzieren – eine Entwicklung, die sich kaum verändert hat. Neuere Medienberichte greifen das Thema auf, setzen aber auch auf Forderungen nach politischer Förderung von Gleichstellung, besserer Kinderbetreuung und gezielteren Initiativen zur Förderung von Frauenkarrieren – bislang jedoch bleiben echte Durchbrüche aus.

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