Neuer Krimi auf der Schwäbischen Alb: Lisa Taubenbaum ermittelt wieder

Anna Fischer schlüpft erneut in die Rolle der resoluten Bestatterin Lisa Taubenbaum und deckt mit feinem Spürsinn dunkle Geheimnisse auf – zwischen zwei mysteriösen Todesfällen, Familiengeheimnissen und einer Prise Schwabenkrimi.

heute 17:00 Uhr | 1 mal gelesen

Gerade flimmern wieder die Kameras im Süden Deutschlands: Für den fünften Teil der beliebten Krimireihe schlüpft Anna Fischer abermals in den weißen Kittel der Bestatterin Lisa Taubenbaum. Dieses Mal verschlägt es das Filmteam rund um Regisseur Matthias Kiefersauer in die sanfte Hügellandschaft um Neidlingen, Kirchheim/Teck und Nürtingen. Und, ich gestehe, als jemand, der Crime-Serien oft zu vorhersehbar findet, reizt mich die Ausgangslage hier: Zwei Tote – und beide könnten mehr miteinander zu tun haben, als selbst der erfahrene Kommissar Zellinger glauben mag. Ungewöhnlich persönlich wird es, als Familienangelegenheiten, alte Liebschaften und offene Rechnungen ausgerechnet das beschauliche Leben der Taubenbaums durcheinanderwirbeln. Fischer lässt Lisa gewohnt neugierig und hartnäckig in den Fall um Elisabeth Munz bohren, deren Tod bei Tochter Verena und Sohn Fabian sofort Zweifel aufwirft. War es wirklich die Krankheit, die so plötzlich alles beendete? Oder wurde da nachgeholfen – vielleicht sogar von der vertrauenswürdigen Hausärztin? Mit feinem Gespür für zwischenmenschliche Abgründe und ihren gewohnt unkonventionellen Methoden versucht Lisa, Licht ins Dunkel zu bringen. Dass der zuständige Kommissar Zellinger sie dabei eher als Nervensäge betrachtet und sich lieber um einen ganz offensichtlichen Mordfall kümmert, bringt eine feine Prise humorvoller Reibung in die Geschichte. Erst als weitere unerklärte Todesfälle ins Spiel kommen, begreift Zellinger vielleicht, dass Lisas Gefühl für Ungereimtheiten doch nicht so abwegig ist. Produziert wird das Ganze von die film gmbh für den SWR und die ARD Degeto – erneute Zusammenarbeit mit bekannten Größen und neuen Gesichtern. Wer regionalen Krimi mag, wird garantiert auf seine Kosten kommen. Man darf gespannt sein, welche menschlichen Abgründe sich diesmal hinter den schwäbischen Fassaden auftun.

Die Filmreihe rund um Lisa Taubenbaum hat mittlerweile Kultstatus erreicht, gerade weil sie das Genre mit einer ungewöhnlichen Protagonistin – halb Ermittlerin, halb Bestatterin – aufmischt. Im neuesten Teil wird einmal mehr die fragile Grenze zwischen natürlichem Tod und möglichem Verbrechen ausgelotet; dabei stehen nicht nur forensische Details, sondern auch familiäre Beziehungen und menschliche Schwächen im Mittelpunkt. Interessanterweise gibt es einen aktuellen Trend im deutschen Fernsehen: Krimis mit weiblicher Hauptfigur, die traditionelle Rollen auf den Kopf stellen, erleben einen wachsenden Zuspruch; das zeigen auch Sendungen wie „Die Bestatterin“ und aktuelle Einschaltquoten (Quelle: www.sueddeutsche.de, www.spiegel.de, www.zeit.de). Düsterer Humor, örtlicher Lokalkolorit und das Zusammenspiel zwischen Fischer und Letkowski (Zellinger) verleihen dem Film einen eigenen Tonfall. Laut eines Hintergrundberichts im SWR wird zudem immer wieder Wert darauf gelegt, authentische Drehorte zu wählen, um die Atmosphäre ungekünstelt einzufangen. Fazit: Regionale Krimikost mit tiefgründigem Blick auf die Abgründe hinter dem scheinbar Alltäglichen – und damit ein anschauliches Beispiel für die Veränderungen im deutschen TV-Angebot.

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