Es klingt nach einem Systemwechsel, doch irgendwie auch nach einer überfälligen Idee: Anja Mikus, die Kenfo-Vorstandschefin, plädiert offen für einen Wandel unseres Rentensystems. Im Gespräch mit dem "Spiegel" betonte sie, wie effektiv es wäre, die globalen Aktienmärkte für die Altersvorsorge zu nutzen. Millionen Deutsche könnten davon gelassener in Richtung Ruhestand schauen – zumindest, wenn man Mikus folgt.
Übrigens: Die sogenannte Alterssicherungskommission schlägt im jüngsten Bericht tatsächlich einen Systemumbau nach schwedischem Vorbild vor. Wer dann letzten Endes über die Milliarden wachen soll, steht noch auf wackeligen Füßen. Kenfo selbst (verwaltet immerhin derzeit ca. 26,5 Milliarden Euro) und die Bundesbank werden hoch gehandelt.
Mikus gibt sich motiviert („Wir wollen mitmischen!“), betont aber, dass die Politik entscheiden müsse, wer am Ende das Steuer übernimmt. Was wirklich zählt, sei ein wasserdichter rechtlicher Rahmen und ein klarer Auftrag. Das Kalkül dahinter: Mit einer professionellen Verwaltung – und genau das habe Kenfo schon bewiesen – ließe sich für die Sparer eine starke Rendite erwirtschaften.
Ob das alles eine Revolution oder nur eine sanfte Korrektur wird, hängt wohl vom politischen Mut ab. Aber eines ist klar: Das Thema ist aktueller denn je. Und, Hand aufs Herz, der Gedanke an eine Renten-Absicherung, die nicht nur von einem wackeligen Generationenvertrag abhängt, hat definitiv Charme.
Kern der Debatte ist die Frage, ob und wie Deutschland sein Rentensystem kapitalgedeckt gestalten sollte. Anja Mikus, Kenfo-Chefin, wirbt daher für einen Vorstoß Richtung Aktienmärkte, ähnlich wie es in Schweden oder Norwegen erfolgreich praktiziert wird. Die Politik zögert bislang – ein wesentlicher Grund sind Bedenken wegen Schwankungen an den Börsen und der Frage, ob der Staat als langfristiger Anleger wirklich so risikobewusst und effizient sein kann wie nötig. Neu hinzugekommen: Das Thema Altersvorsorge beschäftigt aktuell weite Teile der Gesellschaft, auch aufgrund der wachsenden Rentenlücke und der Diskussion um nachhaltige und sozialverträgliche Anlagestrategien. Nach Recherchen der letzten 48 Stunden bleibt das Thema brisant und umstritten – gerade weil die Zinsen in Europa immer noch vergleichsweise niedrig sind und die Inflation den Wert klassischer Sparanlagen weiter auffrisst.