Man merkt gleich: Hier soll es nicht um polierte Perfektion, sondern ums unmittelbare Erleben gehen. Sarah Löwentraut und David Hermlin nehmen im Großen Sendesaal des rbb das Publikum an die Hand – mit der fein abgestimmten Mischung aus Entertainment vergangener Jahrzehnte und frischem Blick auf das Heute. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf echter Live-Atmosphäre: Wenn das "Löwentraut&Hermlin Swing Dance Orchestra" mit all seinen 15 Musikern loslegt, ist die Bühne nicht weit vom Tanzparkett entfernt. Die beiden Gastgeber unterbrechen den Showfluss immer wieder für überraschende Einlagen, manchmal mit Gästen, manchmal mit Zuschauern – spontane Steppeinlagen oder alberne Sketche inklusive.
Zu Gast ist etwa Schauspieler Pasquale Aleardi, der nicht nur singt, sondern auch seine launigen Talente wie das Spielen der Nasenflöte zum Besten gibt. Artistin Dunja von K bringt Dynamo und Glanz auf die Bühne und holt gar das Publikum dazu. Gespräche am Tresen der "Künstlerkneipe" gehen in lockerer Runde mal tiefgründig und dann wieder herrlich belanglos ins Persönliche.
Große Namen, profane Talente, ungewöhnliche Lebenswege – das alles wird von den Gastgebern nicht ehrfürchtig befragt, sondern mit Neugier, einem Augenzwinkern und viel Spielfreude entdeckt. Selbst die Biographien der beiden – Sarah, die zwischen Bad Homburg und Berlin aufwuchs, sich durch Loriot und Knef fürs Rampenlicht begeisterte; David, mit Swing im Herzen und Schlagzeugstöcken in der Hand aufgewachsen – scheinen wie gemacht für das Immersive dieser Show. Neben der Musik steht vor allem das gemeinsame Erleben im Vordergrund: Niemand soll nur zuschauen, sondern Teil des Abends werden.
Wer selbst mal reinschnuppern will: Ein Video steht – nach Anmeldung – auf dem rbb-Presseportal bereit. Medienvertreter können außerdem Interviews und Bildmaterial anfordern. Und wie immer bei solchen Premieren: Man darf gespannt sein, ob daraus mehr als nur eine einmalige Sache wird.
Mit der neuen Unterhaltungsshow "Löwentraut & Hermlin" setzt der rbb auf eine frische Verbeugung vor klassischen Showtraditionen, angeführt von Gastgebern, die das Genre wirklich lieben. Live-Musik, Bühnenaktionen und persönliche Gespräche wechseln sich rasch ab, das Publikum wird von Zuschauern zu Mitmachenden. Die Sendung versteht sich weniger als Rückblick, sondern als Versprechen, dass Berliner Glamour, musikalische Virtuosität und menschliche Begegnung auch im 21. Jahrhundert bestens zusammenspielen können.
Zuletzt gab es vermehrt Versuche im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, klassische Formatideen neu zu beleben – teils mit Hilfe junger Talente, die Jazz, Swing oder Chanson auf moderne Weise interpretieren. In aktuellen Medienberichten wird oft gefragt, wie „Retro“ wirklich Zukunft hat: Die Sehnsucht nach echter Live-Atmosphäre ist in Zeiten von Streaming und KI-generierten Inhalten offenbar größer denn je. Und genau das scheint die rbb-Show für eine Nacht zu liefern – ein Ort mit Ecken, Kanten und echter Begegnung.