Laut Informationen, die dem „Handelsblatt“ vorliegen, laufen im Hintergrund derzeit intensive Gespräche rund um die zukünftige Nutzung des Volkswagen-Standorts in Osnabrück. Die Pläne sind einigermaßen heikel: Rafael, ein israelischer Rüstungskonzern, würde dort gerne Bestandteile für das Raketenabwehrsystem Iron Dome fertigen. Allerdings gibt es erhebliche Vorbehalte aus Katar – das Emirat hält größere Aktienpakete an VW und möchte ein direktes Gemeinschaftsunternehmen verhindern. Aus diesem Grund ist nun ein zweistufiges Modell im Gespräch: Die Immobilie und Teile des Personals würden in einer neuen Gesellschaft gebündelt, an der VW beteiligt bleibt, nicht aber Rafael. Daneben stünde eine separate, operative Firma, die sich hauptsächlich auf die eigentliche Produktion der Rüstungsbauteile konzentriert – mit Rafael und einem möglichen Finanzinvestor an Bord. Das Land Niedersachsen könnte sich vielleicht ebenfalls hierüber engagieren; die Beteiligungsgesellschaft des Landes prüft laut informierten Kreisen, ob ein solches Modell wirtschaftlich Sinn ergibt. Klar ist: Ohne valides Geschäftsmodell und solide Rendite-Aussichten bleibt Niedersachsen vorsichtig.
In Osnabrück steht das Traditionswerk von Volkswagen vor einer möglichen Umstrukturierung: Das Land Niedersachsen lotet verschiedene Beteiligungsmodelle aus, um den Einstieg des israelischen Konzerns Rafael zu erleichtern, ohne den Großaktionär Katar vor den Kopf zu stoßen. Der Standort könnte demnächst in getrennte Gesellschaften aufgespalten werden – eine Lösung, die durchaus auch Nachteile in Sachen Transparenz und Mitbestimmung mit sich bringen könnte. Knackpunkt bleibt für Niedersachsen die Rentabilität: Ohne ein überzeugendes Geschäftskonzept mag man sich kein finanzielles Risiko ans Bein binden. Interessanterweise hat auch die politische Dimension Gewicht – ein Bundesland, das sich an einem Rüstungsgeschäft beteiligt, wäre zumindest in der deutschen Innenpolitik eine kleine Sensation. Übrigens, laut aktueller Berichte befasst sich das Land mit weiteren industriepolitischen Fragen, von der Energiezukunft bis zu globalen Lieferkettenproblemen, was auch beim Osnabrücker Beispiel immer mitschwingt.