Die Begegnung zwischen dem algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune und den deutschen Regierungsvertretern in Berlin wirkte nicht bloß diplomatisch, sondern fast pulsierend vor Tatendrang. Von außen betrachtet ist so ein Kommuniqué oft voller Floskeln, aber diesmal schien doch mehr dahinterzustecken – eine Bereitschaft, alte Pfade zu verlassen. Einerseits verpflichteten sich beide Länder, ihre politischen und diplomatischen Beziehungen erkennbar enger zu verzahnen. Regelmäßiger Austausch, Konsultationen auch jenseits von Krisen – das wurde vereinbart. Ob das dann wirklich so läuft, bleibt abzuwarten, Erfahrung lehrt ja Skepsis. Beim Wirtschaftlichen geht’s – wenig überraschend – um Handfesteres: Investitionen, neue Märkte, insbesondere für Maschinenbau und Technik „Made in Germany“. Aber auch Algier bringt etwas auf den Tisch – Stichwort: Energie. Deutschland, das ja inzwischen fast schon allergisch auf Energieabhängigkeit reagiert, interessiert sich stark für Algeriens Potenzial als Gas- und künftigen Wasserstofflieferanten. Das Projekt „südlicher Wasserstoffkorridor“ stand nicht umsonst ganz oben auf der Agenda. Jenseits des Materiellen klingt die Zusammenarbeit im Bereich Kultur, Bildung und Wissenschaft eher nach einer wohlmeinenden Abrundung des Ganzen, aber – ganz ehrlich – solche Programme sind durchaus geeignet, langfristige Beziehungen zu stärken. Und, nicht unwichtig im aktuellen Klima: Auch Migration, Sicherheit und Verteidigung stehen auf der Liste. Ob das alles harmonisch wächst, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Zukunft bleibt ungewiss, aber der Versuch zählt.
Deutschland und Algerien haben mit einer sogenannten 'strategischen Agenda' ihre Zusammenarbeit auf ein neues Niveau gehoben. Handel, Investitionen und vor allem die Energiepartnerschaft – insbesondere der mögliche Ausbau des südlichen Wasserstoffkorridors – bilden das Fundament dieser Vereinbarung. Zusätzlich werden politische Dialogformate, Austauschprogramme in Bildung und Wissenschaft sowie Kooperationen im Bereich Migration und Sicherheit angestrebt, um eine ganzheitliche Partnerschaft zu schaffen. Interessanterweise verdeutlichen die jüngsten Berichte auf mehreren Nachrichtenseiten, dass die Energiefrage – konkret: grüner Wasserstoff und Algeriens Position als potenzielles Drehkreuz – im Fokus der europäischen Interessen stehen; dabei wird auch kritisch hinterfragt, inwiefern autoritäre Tendenzen in Algerien die Partnerschaft belasten könnten. Die wirtschaftliche Perspektive beider Länder hängt eng an politischen Reformen und der Sicherheitslage in Nordafrika, was insbesondere in deutschen Leitmedien besprochen wird.