Opposition pocht auf Maßnahmen inmitten möglicher Kerosin-Knappheit

Die mahnenden Worte der Internationalen Energieagentur (IEA), die vor Engpässen beim Flugbenzin in Europa warnt, stoßen bei der Opposition auf offene Ohren – und führen zu zunehmend scharfer Kritik an der Bundesregierung.

heute 16:21 Uhr | 5 mal gelesen

Das Thema Kerosin zieht mittlerweile weitere Kreise als bloß die Flughafenränder. Man merkt es: Ansteigende Preise an der Tankstelle, unruhige Blicke in Richtung Sommerferien und diese unterschwellige Unsicherheit, ob gebuchte Reisen überhaupt stattfinden können – das alles fühlt sich spürbar real an. Franziska Brantner von den Grünen bringt es ziemlich unverblümt auf den Punkt: Statt Rechte der Flugreisenden einzuschränken, müsste man lieber den Verbrauch von Kerosin drosseln und vor allem Luxus-Auswüchse wie Privatjets stärker finanziell abstrafen. Es gibt Projekte für nachhaltiges Kerosin – aber seit einem Jahr liegt alles auf Eis. Immer wieder neue Grabenkämpfe in der Regierung, diesmal zwischen Wirtschafts- und Finanzministerium. Auch von der Linken kommt Kritik. Ines Schwerdtner greift vor allem Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) scharf an. Sie sieht eine Ministerin, die vor allem Wirtschaftsinteressen bedient, nicht aber das, was die Gesellschaft braucht – nämlich Weitblick und klare Linien. Ihrer Ansicht nach ist ein Verbot von Privatflügen und Kurzstreckenflügen, wenn es zu Kerosin-Engpässen kommt, unumgänglich. Dass betuchte Personen sich weiterhin den Luxus von Privatjets leisten – auf Kosten der Allgemeinheit – hält sie für einen politischen Skandal.

Die Unsicherheit über die Versorgung mit Kerosin befeuert die Debatte um Deutschlands Energiepolitik aufs Neue. Offensichtlich drängen sowohl Grüne als auch Linke darauf, dass die Bundesregierung entschlossener auf die aktuellen Warnungen der IEA reagiert, den Verbrauch fossiler Treibstoffe senkt und alternative, nachhaltige Produktionswege endlich praktisch angeht. Recherchiert man aktuelle Berichte, zeigt sich: Flughäfen in Europa verzeichnen teils schon sommerliche Engpässe, Airlines reagieren mit Ticketpreiserhöhungen, und politische Forderungen hin zu mehr Verbrauchsgerechtigkeit werden lauter – auch als Folge der zugespitzten Klimadebatte. Zudem bestätigen unabhängige Nachrichtenquellen wie die Tagesschau und die FAZ, dass die Treibstoffmärkte weiterhin starken Schwankungen und Unsicherheiten durch geopolitische Spannungen unterliegen. Einige Experten fordern schon eine europaweite Koordination der Kerosinreserven sowie einen forcierten Ausbau synthetischer Treibstoffe – bislang bewegen sich die politischen Ankündigungen jedoch meist im Kreis. Insgesamt zeigt sich, wie verwundbar der Luftverkehr ist, wenn fossile Infrastruktur ins Wanken gerät.

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