Petition gegen Apothekenschwund: ABDA ruft Deutschland zum Handeln auf

Berlin – Angesichts drohender Apothekenschließungen startet die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) eine großangelegte Online-Petition. Bürgerinnen und Bürger – darunter täglich Millionen, die auf Apotheken angewiesen sind – haben nun die Möglichkeit, sich gegen das Apothekensterben zu positionieren. Mit dem Appell: 'Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag jetzt umsetzen!' will die ABDA politischen Druck machen.

heute 16:32 Uhr | 5 mal gelesen

'Es geht um nichts Geringeres, als die Zukunft der Arzneimittelversorgung', bringt es ABDA-Präsident Thomas Preis auf den Punkt. Mit einer Online-Petition auf OPEN PETITION ruft die ABDA alle Menschen bundesweit dazu auf, der Bundesregierung deutlich zu machen, dass ein wohnortnahes Netz an Apotheken keine Selbstverständlichkeit ist. Preis betont: 'Wer krank ist, braucht schnelle Hilfe – und das gelingt nur, wenn Apotheken fair vergütet und nicht kaputtgespart werden.' Die Forderung: Eine sofortige Erhöhung des Apothekenhonorars sowie eine jährliche Dynamisierung, wie es – man mag es kaum glauben – schon seit einem Jahr im Koalitionsvertrag verankert ist, aber bisher politisch ausgesessen wurde.

Die Petition ist Teil der frischen Kampagne 'Uns gibt's nicht zum Nulltarif!'. Sie entstand als unmittelbare Reaktion auf den Kabinettsbeschluss zur sogenannten Apothekenreform, die nach Meinung der Initiatoren den eigentlichen Sorgen der Apothekerinnen und Apotheker nicht begegnet. Konkret fordert die ABDA, das Honorar pro verschreibungspflichtigem Medikament endlich auf 9,50 Euro anzuheben – festgezurrt bei 8,35 Euro seit 2013, obwohl die Betriebskosten seither explodiert sind. Fast 20 Prozent der Apotheken haben seitdem aufgegeben – ein bitterer Befund. Preis unterstreicht: 'Diese Petition ist die Chance für das gesamte Apothekenpersonal, ihrem Frust sichtbar Luft zu verschaffen.' Ab heute wird die Aktion in den Apotheken selbst, per Handzettel, QR-Codes und natürlich in den sozialen Medien verbreitet.

Jede Stimme zählt: Schnell den QR-Code scannen, die erforderlichen Angaben machen – und damit ein Zeichen setzen für ein starkes, belastbares Apothekenwesen. Wer direkt unterschreiben will, schaut unter: www.openpetition.de/!fgpmn nach. Mehr zur Kampagne gibt es ebenfalls auf www.abda.de sowie www.gesundheitsichern.de.

Presseanfragen richten sich an Benjamin Rohrer (030 40004-131, b.rohrer@abda.de) oder Christian Splett (030 40004-137, c.splett@abda.de).

Die ABDA startet eine breit angelegte Petition, um das drohende Apothekensterben in Deutschland zu verhindern und fordert von der Bundesregierung eine sofortige und dauerhafte Honorarerhöhung. Hintergrund: Seit der letzten Anpassung 2013 sind die Betriebskosten um 65 Prozent gestiegen, viele Apotheken mussten schließen. Aktuell berichteten auch andere Medien verstärkt über die prekäre finanzielle Lage der Apotheken in Deutschland, die nicht nur durch gestiegene Kosten, sondern auch durch den Personalmangel und die schleppende Digitalisierung verschärft wird. Laut der Süddeutschen Zeitung und der FAZ mehren sich kritische Stimmen aus der Branche, dass das Reformgesetz an der Lebensrealität vorbeigehe und besonders auf dem Land eine Versorgungslücke droht. Verschiedene Fachverbände und politische Vertreter haben angekündigt, das Thema nach der Petition weiter auf die Tagesordnung zu setzen. Neuere Beiträge heben ebenfalls hervor, dass fehlende faire Vergütung und bürokratische Hürden den Apothekenbetrieb erschweren, wodurch Engpässe und die Schließung weiterer Standorte zu befürchten sind.

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