Peugeot 408: Französische Frische im Fastback-Format

Rüsselsheim – Kaum hat der Peugeot 408 die Bühne betreten, macht er mit seinem kraftvollen und unverwechselbaren Auftritt von sich reden. Die in Europa eher seltene Fastback-Silhouette signalisiert einen frischen Ansatz zwischen sportlicher Eleganz und Alltagstauglichkeit – und das alles mit einer Prise französischen Esprits.

09.01.26 10:49 Uhr | 3 mal gelesen

Wer einen Peugeot 408 erstmals in natura sieht, merkt: Hier will jemand auffallen, aber nicht laut. Peugeot hat beim neuen 408 viel experimentiert – was in einer Zeit, in der SUVs scheinbar alles dominieren, fast schon mutig wirkt. Der 408 soll besonders im C-Segment für frischen Wind sorgen; die Modellfamilie reicht dabei vom alltagstauglichen 308 bis zu den üppigen 5008-SUVs. Im Mittelpunkt steht aber der neue Fastback, der selbstbewusst mit Lichtkratzer-Signaturen spielt und die gestalterische Handschrift der Marke weiterentwickelt. Das Design polarisiert ein wenig – kein Wunder. Der trickreiche LED-Schriftzug, die dreifachen Licht-Krallen vorne wie hinten und Details wie der erstmals beleuchtete PEUGEOT-Schriftzug am Heck zeigen: Hier menschelt es, da wollten Ingenieure und Designer mit ihren Ideen durchkommen. Der tiefliegende, breitflächige Kühlergrill, verschiedene Matt-Glanz-Oberflächen, neue Felgen-Entwürfe und eine erstaunlich wandelbare Lackfarbe (Flare Green – ungewöhnlich, aber irgendwie cool) sind nur einige Details, die das Auge beschäftigen. Auch im Innenraum setzen die Franzosen auf Akzente, die nicht jeder Mitbewerber liefert. Das i-Cockpit mit individualisierbaren i-Toggle-Touch-Tasten, neue Materialien von Stoff bis Echtleder und eine stimmungsabhängige Ambientebeleuchtung sprechen weniger den Techie als den Genießer an (wobei die Infotainment-Features mittlerweile echt etwas können). Ergonomie? Sitzkomfort? Viel Beinfreiheit und AGR-zertifizierte Sitze machen längere Trips ansprechend – hinten ist es für Passagiere ziemlich großzügig. Antriebsseitig ist ziemlich viel Auswahl, schon, um nicht „oldschool“ zu wirken: Von effizienten Hybriden über einen fast vollwertigen Stromer (der E-408 mit 213 PS und annähernd 456 km WLTP-Reichweite) bis hin zum 240-PS-Plug-In, der im Alltag rein elektrisch fährt – ein Schritt, der bei Peugeot inzwischen zum guten Ton gehört. Auch das Aufladen ist mittlerweile recht unkompliziert, Thematik Schnellladen: 30 Minuten für 20-80%, das ist ordentlich. Und via Bordnavi samt Energie-Management fährt man entspannter von Lader zu Lader. Überhaupt: Die technischen Helferlein wie Fahrassistenten, Fahrerüberwachung und die große Garantie gegen Batteriemüdigkeit zeigen, dass PSA nicht nur Dynamik, sondern auch Sicherheit bieten will. Kein Auto ohne Musik, auch da muss was gehen: Das FOCAL-Hi-Fi-System übernimmt das akustische Verwöhnprogramm, während von der Lüftung über das AQS-Luftqualitätsmanagement bis hin zu anpassbarer Ambientebeleuchtung an den Komfortgedanken gedacht wurde. Ach ja, beim Kofferraum bleibt es praktisch – Kniefreiheit, ordentliches Ladevolumen und Rückbänke mit pfiffigen Details. Unterm Strich balanciert der 408 auf einem spannenden Seil: Er will praktisch sein, Komfort bieten, Design-Highlight und Technik-Aushängeschild sein – nicht ohne Ecken und kleine Eigenwilligkeiten, aber mit ordentlich französischem Selbstbewusstsein. Ist das nun ein neues Kapitel für Peugeot? Vielleicht. Aber ganz sicher ein Modell, das nicht untergehen wird im Gleichheitsbrei.

Peugeot wagt sich mit dem 408 auf ungewohntes Terrain: Statt das x-te SUV zu lancieren, setzt die Marke mit dem eleganten Fastback-Design und einer gewagten Lichtarchitektur eigene Akzente. Die Ausstattung reicht von modernen Assistenzsystemen bis zu Komfort-Extras wie AGR-Sitzen und FOCAL-HiFi-Anlage; technisch punktet der 408 mit einer breiten Palette an Antriebsoptionen, effizienter Ladeinfrastruktur und smarten digitalen Features. Die jüngsten Branchennachrichten zeigen: Peugeot trifft den Zeitgeist, denn auch andere Marken setzen vermehrt auf markante Fastback- und Crossover-Modelle mit Elektroantrieben (z.B. VW ID.7 Tourer oder Hyundai Ioniq 6). Zudem steigen die Anforderungen an Konnektivität und Personalisierung, was bei der Konkurrenz wie Opel oder Ford keineswegs so selbstverständlich wie bei Peugeot Einzug hält. Im Kontext der aktuellen EU-Umweltpolitik und der verschärften CO₂-Flottengrenzwerte werden Modelle wie der 408 zu strategisch wichtigen Bausteinen für internationale Automobilhersteller. Der 408 wird in den kommenden Monaten auf dem europäischen Markt weitere Wellen schlagen – insbesondere, weil französische Hersteller in Zeiten ökologischer und gesellschaftlicher Transformation gern mit gestalterischer Raffinesse punkten.

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