"Einfach machen": Schon über 12.400 Hinweise auf Bürokratieprobleme eingereicht

Binnen vier Wochen seit dem Start der Plattform "Einfach machen" haben Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen mehr als 12.400 Meldungen zu Bürokratiehürden abgegeben. Das bestätigte das Digitalministerium auf Nachfrage.

09.01.26 10:59 Uhr | 10 mal gelesen

Seit dem 12. Dezember 2025 füllen Meldungen das Portal "Einfach machen", das von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde, förmlich bis zum Rand – 12.423 konkrete Vorschläge, Beschwerden und Hinweise sammelten sich innerhalb von nicht mal einem Monat an. Interessanterweise stammt etwa jede zweite Meldung von Privatmenschen, während ein gutes Viertel aus der Wirtschaft kommt und der Rest sich nicht eindeutig zuordnen lässt. Über 5.200 der Rückmeldungen betreffen die labyrinthischen Wege zwischen Amt und Antrag, Bescheid und Verzweiflung. Überraschend viele – mehr als 1.000 – drehen sich explizit um Digitalisierung, während rund 850 sich mit Steuern befassen (das klassische Thema, das offenbar nie aus der Mode kommt). Karsten Wildberger (CDU) betonte gegenüber der Presse, dass diese Flut an Hinweisen für ihn ein klarer Arbeitsauftrag ist: Bürokratieabbau und Entlastung sollen endlich Fahrt aufnehmen. Und doch fragt man sich: Werden die vielen Rückmeldungen tatsächlich zu einem Weniger an Zettelkram führen – oder bleibt es beim Portal als digitalem Kummerkasten? Wie immer ist es das Feedback der Menschen, das angeblich Orientierung gibt: Was wirklich verändert wird, zeigt sich wohl erst im Alltag auf dem Amt.

In einem erstaunlich kurzen Zeitraum haben Bürger und Unternehmen auf die Möglichkeit, direkt über das Regierungsportal Bürokratieprobleme zu melden, zahlreich reagiert. Die meisten Hinweise drehen sich um umständliche Verwaltungsprozesse, Antragsverfahren, Digitalisierungslücken und steuerliche Regelungen – alles klassische Knackpunkte deutscher Verwaltung. Experten diskutieren inzwischen, wie genau diese Rückmeldungen systematisch ausgewertet und tatsächlich in Entbürokratisierungsmaßnahmen umgesetzt werden; parallel gab es Kritik, dass viele Meldungen eher Symptome als Ursachen offenlegen. Recherchen zeigen, das Thema Bürokratieabbau bewegt aktuell viele verschiedene Kreise: Laut einem neuen Bericht bei www.sueddeutsche.de stößt das Portal insbesondere bei Mittelständlern und Start-ups auf Resonanz, die auf unkomplizierte Genehmigungsverfahren pochen. Ein Beitrag auf www.zeit.de hebt hervor, wie fehlende Digitalisierung deutsche Kommunen weiter ausbremst, etwa beim Ausbau erneuerbarer Energien, während der Bürokratieabbau eher schleppend vorankommt. Und www.taz.de greift Stimmen von Gewerkschaften und Sozialverbänden auf, die davor warnen, dass manche Vereinfachungen nicht auf Kosten von Arbeitsschutz oder Transparenz gehen sollten.

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