Röwekamp denkt über Marineeinsatz am Persischen Golf nach

Thomas Röwekamp, Chef des Verteidigungsausschusses im Bundestag, schließt einen Einsatz der deutschen Marine zur Sicherung der Straße von Hormus nicht aus.

heute 14:28 Uhr | 5 mal gelesen

Röwekamp erklärte im Gespräch mit „Welt“, dass die Bundeswehr bereits im Roten Meer unter Beweis gestellt habe, dass Einsätze dieser Art für die deutsche Marine machbar seien. Er betonte: „Die Freiheit der Meere ist ein international verbrieftes Recht, das wir schon jetzt etwa mit der europäischen Mission Aspides im Roten Meer schützen.“ Angesichts dessen sei es logisch und nachvollziehbar, dass auch die Sicherung der Straße von Hormus für den globalen Schiffsverkehr ins Auge gefasst werden müsse. Die Lage dort ist fragil, wie jeder weiß, und der Schutz vor Angriffen oder Piraterie bleibt eine permanente Herausforderung. Röwekamp stellte jedoch klar, dass eine solche Mission nur in engem Schulterschluss mit internationalen Partnern und ausschließlich im Rahmen einer multilateralen Operation stattfinden könne. „Das geht gar nicht anders – wir stimmen all das erst mit den europäischen Partnerländern ab, denn Alleingänge wären unklug und wohl auch international nicht akzeptabel.“ Deutsche Marinekräfte sind bereits daran gewöhnt, ihre Fähigkeiten im internationalen Kontext einzubringen, und genau das sieht Röwekamp auch für eine mögliche künftige Mission vor.

Röwekamp zeigt sich offen für einen eventuellen Einsatz der deutschen Marine bei der Absicherung der strategisch wichtigen Seestraße von Hormus, falls dies in einer internationalen, besonders europäischen, Mission geschehen würde. Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten maritimen Knotenpunkte für den weltweiten Ölhandel und steht in Zeiten politischer Spannungen immer wieder im Zentrum internationaler Debatten. Zusätzlich zeigen aktuelle Entwicklungen, dass mehrere europäische Länder ihre Marinepräsenz in der Region verstärkt haben, um Bedrohungen wie Angriffe auf Handelsschiffe, besonders durch den Iran oder verbündete Gruppen, entgegenzuwirken. In den letzten beiden Tagen wurden in mehreren Berichten Bedenken hinsichtlich der Eskalation im Nahen Osten und der potenziellen Auswirkungen auf den globalen Seehandel hervorgehoben. Neben Deutschland diskutieren auch Frankreich und Großbritannien die Ausweitung ihrer Engagements in der Region, wobei immer wieder die Notwendigkeit von gemeinsamen internationalen Anstrengungen betont wird.

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