Warum SUVs trotz Kritik weiter boomen – Ein Blick auf den deutschen Automarkt

SUVs sind aus dem Straßenbild kaum mehr wegzudenken: Trotz fortdauernder Klimakritik und der Verlagerung zu alternativen Antrieben kommt der Absatz schwerer Stadtgeländewagen nicht ins Stocken. Besonders in Deutschland und Europa profitieren Hersteller und Händler weiterhin von der konstanten Nachfrage – egal, ob neu oder gebraucht. Doch was steckt eigentlich hinter dem anhaltenden Hype, und wohin bewegt sich der Markt?

09.01.26 11:01 Uhr | 4 mal gelesen

SUVs spalten die Gemüter, und das schon seit Jahren. Kaum eine andere Fahrzeuggattung wird so leidenschaftlich diskutiert: Die einen lieben das erhabene Fahrgefühl, andere schütteln zum steigenden Verbrauch und städtischen Platzproblemen nur den Kopf. Aber der Verkauf spricht eine deutliche Sprache: SUVs besitzen einen festen Anteil an den Neuzulassungen, und auch als Gebrauchte finden sie zügig Abnehmer. Moderne Varianten punkten mit Assistenzsystemen, während gebrauchte SUVs oft mit Zuverlässigkeit und stabilen Preisen überzeugen. Es gibt Gründe, warum sich Menschen auf das Format einlassen: Die Sitzhöhe vermittelt einem das Gefühl, über dem hektischen Stadtverkehr zu thronen, und irgendwie wirkt das Sicherheitsversprechen greifbar. Gerade Familien, Pendler oder Menschen, die viel unterwegs sind – sie fühlen sich in einem SUV oft einfach wohler. Praktisch ist das ganze auch, wenn es um Alltag und Einkäufe geht. Rückbänke umklappen, Kinder rein, Kofferraum voll – alles drin. Technisch geht der Trend klar Richtung Elektrifizierung: Immer mehr Plug-in-Hybride und E-SUVs stehen zur Auswahl. Während Kompakt-SUVs stadtfreundlicher wirken, bringen große Modelle Maxi-Komfort auf Langstrecken. Aber, und das ist wichtig: SUVs sind wider alle Elektrifizierungstrends weiterhin heiß begehrt. Man muss dazu sagen, die Sache hat Schattenseiten: Sie sind meist deutlich teurer als kleinere Autos, verbrauchen tendenziell mehr (ja, auch die hybriden Modelle, sofern sie nicht ständig geladen werden), und beanspruchen Parkplätze und Straßen. Kritiker führen das oft ins Feld, und nicht ganz zu Unrecht. Das Thema bleibt also umstritten. Dennoch: Der SUV-Markt bleibt ein Taktgeber im Wandel der Mobilität. Mehr E-Antriebe, sparsamere Motoren, und ein stabiler Gebrauchthandel zeichnen sich ab. Fazit? Wer heute einen SUV kauft, tut es vermutlich nicht ausschließlich aus Vernunftsgründen. Das Bedürfnis nach Komfort, Sicherheit, Status und schlicht der Wunsch, "über den Dingen" zu sitzen, wiegt still und leise schwerer als bloße Verbrauchs- und Platzstatistiken.

SUVs besetzen nach wie vor eine zentrale Rolle auf dem europäischen Automarkt, speziell in Deutschland. Trotz wachsender ökologischer Kritik und politischer Maßnahmen zur CO2-Reduktion steigt die Nachfrage weiter, was unter anderem an subjektiven Faktoren wie Fahrkomfort, Sicherheitsgefühl und Statusdenken liegt. Während viele Hersteller ihr SUV-Angebot elektrifizieren und neue CO2-Normen strenger werden, konnte sich die Beliebtheit dieses Segments erstaunlich zäh behaupten. Letzte Untersuchungen zeigen sogar, dass der Anteil elektrifizierter SUVs kontinuierlich wächst, selbst wenn der Effekt auf die Gesamtemissionen durch hohe Verkaufszahlen konventioneller Modelle relativiert wird. Neueste Branchenzahlen von 2023/24 dokumentieren zudem, dass insbesondere Modelle mit alternativen Antrieben im Gebrauchtmarkt an Attraktivität gewinnen, und dass Städte den Herausforderungen durch Parkraumnutzung sowie die wachsende Fahrzeuggröße mit neuen Regelungen begegnen. Mein persönlicher Eindruck: Hier prallt Rationalität auf Emotion, und im Alltag gewinnen meist doch die individuellen Bedürfnisse – und das, obwohl die Debatte lauter wird.

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