Benzinpreis-Deckel? Neuer Wirtschaftsweiser hält Obergrenzen für möglich

Gabriel Felbermayr – frisch im Sachverständigenrat – bringt angesichts der unsicheren Lage im Nahen Osten Preisobergrenzen an Tankstellen ins Gespräch. Er spricht von staatlichen Eingriffen als letztes Mittel und rät zur internationalen Abstimmung, um wirtschaftliche Verwerfungen durch die Iran-Krise abzufedern.

heute 13:01 Uhr | 5 mal gelesen

Felbermayr betont, dass etwaige Benzinpreisdeckel nicht allzu niedrig ansetzen dürften, um Marktverwerfungen zu vermeiden. Sein größtes Unbehagen gilt einer möglichen Zuspitzung im Nahen Osten, insbesondere falls die Straße von Hormus länger blockiert würde. "Noch ist nichts passiert", räumt er ein, "aber wenn das länger anhält, spüren wir das ziemlich bald bei der Inflation und beim Wachstum". Sollte sich der Ölpreis tatsächlich verdoppeln, könnte das Deutschlands Wirtschaftswachstum um rund 0,4 Prozentpunkte ausbremsen – besonders bedenklich, da sich die Konjunkturerholung ohnehin noch auf tönernen Füßen bewegt. Auffällig findet Felbermayr obendrein die mangelnde Einflussnahme Chinas in der Region: "Iran und Venezuela galten für Pekings strategische Pläne als wichtig, doch bislang sieht man da keine große Unterstützung." Das stelle die geopolitische Schwäche Chinas bloß – und die hohen Ölpreise träfen das Land empfindlicher als die USA. Für Deutschland und Europa rät Felbermayr dringend von einer vorschnellen Positionierung im Machtkampf zwischen China und den USA ab: "Wir brauchen beide, ein Abschied von einem würde uns teuer zu stehen kommen". Zuletzt: Felbermayr füllt ab sofort die Lücke im Sachverständigenrat, die nach Ulrike Malmendiers Ausscheiden entstand.

Felbermayr bringt diplomatisch, aber doch bestimmt, Preisbremsen an Tankstellen ins Gespräch, sollte sich die Iran-Krise zuspitzen und der Ölpreis explodieren. Ein nachhaltiger Konflikt, vor allem bei einer länger gestörten Straße von Hormus, könnte Deutschland wirtschaftlich hart treffen – Felbermayr kalkuliert konkrete Wachstumsverluste durch erhöhte Energiepreise ein. Bemerkenswert: Laut aktuellen Medienberichten laufen die diplomatischen Bemühungen im Nahen Osten zwar weiter, doch bleibt die Lage fragil – mehrere Experten warnen bereits vor möglichen globalen Folgen für Energiepreise und Wirtschaft, wobei auch die Bundesregierung Vorkehrungen trifft (Quelle: [Tagesschau.de](https://www.tagesschau.de)). Zuletzt gab es Diskussionen über Preisdeckelungen, jedoch wiesen verschiedene Stimmen auf die Risiken staatlicher Eingriffe und die Notwendigkeit internationaler Abstimmung hin (Quelle: [Süddeutsche.de](https://www.sueddeutsche.de)).

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