Industrie warnt: Vertrauensschutz für Batteriespeicher in Gefahr – Forderung nach stabilen Investitionsbedingungen

Aachen – Mit einem dringenden Aufruf melden sich über 150 Unternehmen aus dem Energiesektor bei der Bundesnetzagentur: Sie kämpfen für den Erhalt des Vertrauensschutzes bei Batteriespeichern. Hintergrund ist ein neues Diskussionspapier der Behörde, das die bisherige Netzentgeltbefreiung für Speicher infrage stellt. Die Initiative, angestoßen unter anderem von Sven Becker, Sprecher der Trianel-Geschäftsführung, sieht gravierende Risiken für Energiewende und Investitionen, sollte der Kurs tatsächlich geändert werden.

heute 13:22 Uhr | 2 mal gelesen

„Wenn Speicher plötzlich mit Netzentgelten belastet werden – und niemand weiß verlässlich, wie hoch diese sein werden –, bricht das etlichen aktuellen und geplanten Projekten das finanzielle Rückgrat“, erläutert Sven Becker das gemeinsame Vorgehen der Branche. Der Vorstoß betrifft nicht nur Großinvestoren, sondern auch kleine Kommunalversorger und unterschiedlichste Projektierer. Was ungewöhnlich ist: Die Vielzahl und Mischung der Unterstützer – vom internationalen Player wie Vattenfall bis zum kleinen Stadtwerk um die Ecke – unterstreicht, dass es hier nicht um ein Einzelinteresse geht. Über einhundertfünfzig Unternehmen haben sich der Erklärung – gestartet von zehn Pionieren und an BNetzA-Präsident Klaus Müller adressiert – inzwischen angeschlossen. Das Papier könnte also als Gradmesser der Nervosität in der Branche gelesen werden. Am wichtigsten bleibt: Speicher stehen an der Schnittstelle zwischen launischer Windkraft oder Sonnenstrom und dem tatsächlichen Energiebedarf. Sie machen das ganze System beweglicher und robuster und sind für die Sicherheit des Netzes sowie für bezahlbare Strompreise längst mehr als ein technisches Detail. Dennoch scheint die Bundesnetzagentur auf eine allgemeine Belastung aller Speicher abzuzielen – was nicht nur für bestehende, sondern vor allem für neue Projekte ein Risiko darstellt, das Investitionen schlagartig unattraktiver macht. Trianel selbst plant gemeinsam mit Partnern einen gewaltigen Speicher mit einer Kapazität von 1.800 MWh und 900 MW Leistung, ein Projekt, für das ein halbe Milliarde Euro bereitgestellt werden soll – nur, wenn die politischen Rahmenbedingungen stabil bleiben. Die Branche fordert daher Planungssicherheit, nicht zuletzt um den Umbau der Energieversorgung nicht durch plötzliche Haken der Regulierung auszubremsen.

Mehr als 150 Unternehmen warnen vor einer Sonderbelastung von Batteriespeichern durch die Bundesnetzagentur, die momentan plant, diese künftig an den Netzentgelten zu beteiligen. Der Vorstoß trifft dabei auf eine überraschend breite Allianz aus großen Energieversorgern, Stadtwerken und Finanzinvestoren, die gemeinsam vor einem 'Investitionsstopp' und gravierenden Folgen für die Energiewende warnen. Speicher sind zentral für die Stabilität der Stromversorgung mit erneuerbaren Energien: Ein Vertrauensverlust und unsichere Rahmenbedingungen könnten laut deren Einschätzung den Ausbau neuer Speicher ausbremsen und so dem industriellen Standort Deutschland und der Klimapolitik schaden. Weitere aktuelle Entwicklungen beschäftigen sich damit, wie drastisch der Druck im Markt wächst. Die Süddeutsche etwa berichtet von noch fehlenden klaren Leitlinien, während Branchenvertreter vor Verzögerungen und ausbleibenden Investitionen warnen. Ein Interview bei der FAZ thematisiert, dass die Unsicherheit über finanzielle Belastungen Investoren zunehmend abschreckt und die Bundesregierung unter Handlungsdruck gerät.

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