Pflegeversicherung: Kinderlose sollen mehr zahlen – Warkens umstrittener Reformvorstoß

Die CDU-Politikerin und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken schlägt Alarm – das Finanzloch in der Pflegeversicherung wächst rasant. Ihr Plan: Wer kinderlos ist, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Geht das in Ordnung?

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Wer keine eigenen Kinder hat, soll laut Warken künftig ab 23 Jahren einen erhöhten Pflegeversicherungsbeitrag von insgesamt 4,3 Prozent zahlen. Für Eltern mit Nachwuchs bleibt es hingegen bei den bisherigen Sätzen, gestaffelt nach der Kinderzahl: mit einem Kind 3,6 Prozent, mit zwei 3,35 und ab dem dritten Kind nur noch 3,1 Prozent. Hintergrund der Diskussion ist ein drohendes Milliardenloch – 22 Milliarden Euro fehlen nach Warkens Prognose in den nächsten zwei Jahren, das ist sogar mehr als Fachleute ursprünglich vermutet hatten. Vergessen wir nicht: Neben der Abgabe für Kinderlose will die Ministerin offenbar auch Leistungen zusammenstreichen, den Eigenanteilszuschuss fürs Pflegeheim kürzen und Gutverdiener stärker belasten. Die genauen Details? Über die wird in Regierungskreisen noch ziemlich diskret verhandelt, die Öffentlichkeit bleibt erstmal außen vor. Nicht wenige fragen sich, ob der Fokus auf Kinderlose wirklich fair ist oder nicht einfach neue Gräben aufmacht. Einfache Antworten gibt es hier jedenfalls nicht.

Im Kern geht es um eine geplante Reform von Nina Warken, die unter anderem vorsieht, dass Erwachsene ohne Kinder höhere Beiträge in die Pflegeversicherung einzahlen – ab einem Alter von 23 Jahren wären das künftig 4,3 Prozent vom Bruttolohn, während Eltern wie gehabt weniger zahlen. Insgesamt soll das Defizit von über 22 Milliarden Euro so zumindest teilweise gestopft werden; zusätzlich stehen Leistungseinschnitte und stärkere Belastungen für Gutverdiener im Raum. Kritiker, darunter Sozialverbände und einige Ökonomen, warnen jedoch: Eine stärkere Benachteiligung von Kinderlosen sei möglicherweise gesellschaftlich spaltend und trifft auch Personen, die ungewollt kinderlos bleiben oder sich aus guten Gründen dagegen entscheiden. (Stand Juni 2024: Die Debatte ist noch voll im Gange, offizielle Details und Gesetzentwürfe werden in Regierungskreisen weiterhin abgestimmt.) Ergänzend: Laut aktuellen Artikeln in SPIEGEL und SZ ist der Reformdruck auf die Pflegeversicherung seit Jahren enorm, vor allem aufgrund der demografischen Entwicklung: Immer mehr alte Menschen stehen immer weniger zahlenden Jungen gegenüber – was das Umlagesystem zunehmend an seine Grenzen bringt. Einige andere Länder experimentieren mit völlig anderen Modellen, etwa steuerfinanzierten Systemen oder einer stärkeren privaten Vorsorge – alles gar nicht so einfach auf Deutschland übertragbar. Bemerkenswert: Die Debatte um gerechte Verteilung in der Pflege zieht sich wie ein roter Faden durch alle politischen Lager und bleibt hoch umstritten.

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