Man könne von jedem verlangen, sich mindestens einmal im Leben bewusst mit Organspende auseinanderzusetzen – diese Überzeugung teilt Gitta Connemann mit anderen Abgeordneten quer durch die Parteien. Für sie ist klar: Das bisherige Zögern und Stillhalten muss ein Ende haben. Die Idee ist, dass jeder volljährige Bürger per Brief zur Entscheidung über seine Organspendebereitschaft aufgefordert wird – meldet man sich nicht, gilt das als Zustimmung. Persönliche Freiwilligkeit bleibe dabei erhalten, so Connemann, doch Wegducken sei passé. Ricarda Lang, frühere Grünen-Chefin, betont, dass die aktuelle rechtliche Regelung – die Entscheidungslösung – keine zufriedenstellenden Ergebnisse gebracht habe: Die Menschen müssten aktiver mit dem Thema konfrontiert werden. Niemand solle gezwungen werden, Spender zu sein, aber zumindest zur ehrlichen Stellungnahme dürfe man die Gesellschaft fordern. Noch ein interessanter Punkt: In vielen Nachbarländern greift die Widerspruchslösung schon; wenn deutsche Urlauber etwa in Spanien, Kroatien oder den Niederlanden verunglücken, gelten sie – sofern kein gegenteiliger Wille dokumentiert ist – ohnehin automatisch als Organspender. Ganz so einfach kann man die Augen also nicht mehr verschließen.
Gitta Connemann, CDU-Abgeordnete, kritisiert den Widerstand der Kirchen gegen die Einführung der Widerspruchslösung bei der Organspende und fordert eine aktive Auseinandersetzung aller Bürger mit dem Thema. Gemeinsam mit Politikerinnen wie Ricarda Lang (Grüne) spricht sie sich im Bundestag dafür aus, dass jede erwachsene Person explizit zu einer Entscheidung bewegt wird – anpassend an das Modell, das in vielen EU-Staaten bereits besteht. Neue Entwicklungen zeigen, dass die Bundesregierung derzeit noch zögerlich agiert, doch die Zahl der Unterstützer für eine Gesetzesänderung wächst und die gesellschaftliche Diskussion nimmt an Schärfe zu.
Neuere Recherchen weisen darauf hin, dass sich der Deutsche Ethikrat jüngst vorsichtig offen für alternative Regelungen gezeigt hat, während in mehreren Medien Stimmen aus der Ärzteschaft einen konstruktiven Dialog fordern. Zudem werden in anderen europäischen Ländern positive Effekte auf die Spendezahlen durch die Widerspruchslösung gemeldet, wobei auch ethische Bedenken und individuelle Informationsrechte weiterhin kontrovers diskutiert werden.