Die jüngst publizierte iranische Vergeltungsliste hat international für Verstimmung gesorgt: Während sich die Bundesregierung auf ein schlichtes 'keinen Kommentar' und Hinweise auf hohe Sicherheitsvorkehrungen zurückzieht, überwiegt in anderen EU-Ländern teils offene Besorgnis über die Eskalationsrhetorik aus Teheran. Die mediale Verbreitung der Liste – besonders durch Hamshahri – wird als gezielte Drohkulisse interpretiert, die sowohl die betroffenen Politiker wie auch ihre Länder unter Druck setzen soll. Vergleichbare Situationen gab es immer wieder in den letzten Jahren, doch die Häufung verschärft die Debatte über Deutschlands externe Bedrohungslage und die politische Haltung im Umgang mit dem Iran. Neuere Recherchen zeigen, dass etwa auf www.spiegel.de und www.zeit.de kritisch analysiert wird, ob hinter der aktuellen Diplomatie mehr Symbolik als Substanz steckt. Auch Diskussionen über die Effektivität deutscher und europäischer Sicherheitsapparate flammen neu auf, da viele Menschen ein Grundgefühl diffuser Unsicherheit verspüren, wenn sie von solchen Listen erfahren. Iran reagiert auf internationalen Druck zunehmend mit signalhaften Drohungen; Experten sehen darin vielmehr einen innenpolitisch motivierten Akt, der nach außen Schlagkraft suggerieren soll.