Polizeigewerkschaft nennt Dobrindts Asylpläne unseriös

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) geht auf Konfrontationskurs: Den Vorschlag von Innenminister Alexander Dobrindt, Asylsuchenden bereits nach drei Monaten eine Arbeit zu gestatten, halten sie für nicht hinnehmbar. Vorsitzender Heiko Teggatz äußerte sich in der 'Bild'-Zeitung deutlich ablehnend – und sieht die Asylpläne der Regierung gefährdet.

heute 00:02 Uhr | 3 mal gelesen

Laut DPolG-Chef Heiko Teggatz sei das Vorhaben von Dobrindt, Asylbewerbern möglichst rasch den Zugang zum Arbeitsmarkt zu öffnen, vor allem ein 'Gefallen für die SPD'. Teggatz richtet den Fokus dabei auf subsidiär Schutzberechtigte sowie auf Menschen, die über sichere Drittstaaten oder aus als 'sicher' eingestuften Herkunftsländern nach Deutschland kommen: Für diese Gruppen dürfe die beschleunigte Arbeitserlaubnis keinesfalls gelten, da ihre Bleibeperspektive ohnehin wacklig sei. Er warnt vor einem zusätzlichen 'Pull-Faktor', der laut seiner Auffassung die sogenannte Asylwende ins Lächerliche ziehe. Zwar gibt Teggatz zu, dass eine Arbeitsaufnahme in Deutschland grundsätzlich nicht automatisch eine Abschiebung ausschließe. Dennoch hält er Dobrindts Pläne für eine Irreführung gegenüber allen Betroffenen: 'Mit der Aussicht auf Arbeit wird suggeriert, dauerhaft bleiben zu können, was aber jederzeit gekippt werden kann', so Teggatz weiter. Wer tatsächlich legal in Deutschland arbeiten wolle, solle weiterhin den Weg über das Visum und die Botschaften wählen. Seiner Meinung nach ist dieses Verfahren klar, verlässlich und sollte Bestand haben – ob das allerdings realistisch ist? Zweifel bleiben.

Die Reaktion der Polizeigewerkschaft auf Dobrindts angekündigte Regelung zur schnelleren Arbeitsaufnahme für Asylsuchende fällt eindeutig kritisch aus. Heiko Teggatz sieht in dem Plan einen Bruch mit der Linie der Bundesregierung – und warnt, dass insbesondere bei Gruppen ohne echte Bleibechance falsche Hoffnungen geweckt und politische Ziele unterlaufen würden. Inzwischen häufen sich Stimmen aus verschiedenen Lagern, die einerseits auf den wachsenden Arbeitskräftemangel und andererseits auf zunehmende gesellschaftliche Spannungen hinweisen. Ein kurzer Abgleich in aktuellen Berichten (u.a. bei ZEIT Online vom 30.05.24) zeigt, dass politische Parteien mehrheitlich nach tragfähigen Kompromissen suchen, die wirtschaftliche Notwendigkeiten und integrationspolitische Herausforderungen besser zusammenbringen. Während die Ampel-Koalition zaghaft Reformen vorantreibt, hält die DPolG an strikten Regeln fest und fürchtet Kontrollverlust. Insgesamt bleibt die Debatte um Arbeitsmarktintegration und Migrationspolitik polarisiert und von Unsicherheit geprägt.

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