Rauchen in Wohnungen: Worauf Kaufinteressenten und Eigentümer achten sollten

Stille Mitbewohner: Tabakrückstände in Immobilien drücken den Wert und bergen gesundheitliche Risiken. Was bedeutet das konkret für Käufer und Vermieter?

heute 10:23 Uhr | 2 mal gelesen

Die unterschätzte Macht des Rauchgeruchs – er zieht nicht nur durch Kneipen aus alten Zeiten, sondern klebt förmlich an Wänden, Polstern und Möbelstücken. Markus Lindblad von Haypp beleuchtet, weshalb Zigarettenrauch den Marktwert einer Immobilie stärker beeinflusst, als man spontan annimmt.

Wenn man an die legendären Eckkneipen von früher denkt – jene, wie sie Frank Goosens für die Süddeutsche Zeitung so treffend schilderte – kommt man am Geruch eigentlich nicht vorbei. Dunkler Filzvorhang, schummerige Fenster, Buntglas, ein Tresen zum Festhalten; und immer eine schwere Tabakschwade in der Luft, die sich irgendwo zwischen Frikadelle und Fußballschal rumtrieb.

Was viele in diesen Erinnerungen nostalgisch verklären, erleben Miet- und Kaufinteressenten in verrauchten Wohnungen als echten Malus. Inzwischen ist das Rauchen in deutschen Gaststätten seit mittlerweile mehr als 15 Jahren fast überall untersagt. Doch das Ergebnis? Keine schnelle Luftveränderung: Wer versucht hat, jahrzehntealten Rauch aus Balken, Vorhängen oder Polstern zu vertreiben, weiß – es kostet Nerven, Zeit und Geld.

Gerüche, Rückstände, Kosten: Die Folgen des Indoor-Rauchens sind hartnäckig

Wissenschaftlich wurde diese Problematik längst belegt. Thirdhand-Smoke, also Rückstände, die nach dem eigentlichen Tabakqualm bleiben, sind laut einer 2021 veröffentlichten Studie nicht nur ein ästhetisches Problem. Teer und Nikotin setzen sich in Oberflächen fest und gehen auch nach mehreren Monaten ohne erneutes Rauchen kaum zurück. Erst aufwändige, mehrstufige Reinigung drückt die Rückstände entscheidend – dauerhaft verschwinden sie aber nicht so einfach.

Staub in Raucherwohnungen ist ein eigenes Kapitel: Nach etwa 60 Prozent Verringerung direkt nach der Reinigung gleicht sich der Wert nach drei Monaten fast wieder dem Ausgangsniveau an. Es braucht also regelmäßige, intensive Maßnahmen oder im Zweifel gleich eine Komplettsanierung – insbesondere, wenn der Rauch tief im Holz, Teppichboden oder hinter Tapeten eingezogen ist.

Übrigens: Nur weil es (vorübergehend) nicht mehr nach Zigarette riecht, sind die Schadstoffe noch lange nicht weg. Der „kalte Rauch“ kehrt häufig zurück, sobald sich das Raumklima verändert. Besonders hartnäckig: Polster, Vorhänge, Paneele… da hilft oftmals nur noch der Komplettaustausch.

Wertverlust und mögliche Gesundheitsfolgen

Im Klartext: Eine Raucherwohnung verliert am Markt außerhalb von sehr gefragten Lagen bis zu 30 Prozent ihres Werts, vor allem, wenn keine Grundsanierung ansteht. Für Kaufinteressenten oder Mietende mit Kindern, gesundheitlichen Problemen oder einfach feiner Nase ist das ein echter Nachteil.

Lindblad bringt es auf den Punkt: In den großen Städten mag der Markt es noch hergeben, dass Makel wie Tabakgeruch in Kauf genommen werden; wer aber die Gesundheit der Bewohner ernst nimmt, kommt an einer gründlichen Behandlung kaum vorbei. Die Schadstoffbelastung – darunter krebserregende Substanzen – hält teils viele Jahre an und ist für Kinder und empfindliche Menschen eine echte Gefahr.

Fakt ist: Deutschland steht im Vergleich zu anderen Ländern beim Thema Nichtraucherschutz im Innenraum noch immer nicht besonders gut da. Das Ziel, bis 2040 eine tabakfreie Generation zu schaffen (wie die EU es anstrebt), scheint angesichts der aktuellen Entwicklung ambitioniert – und nicht nur eine Frage politischer Maßnahmen, sondern auch eine des Wohnens.

Pressekontakt: Lisa Hottes, Head of PR & External Affairs DACH, E-Mail: lisa.hottes@hayppgroup.com

Zigarettenrauch in Wohnräumen ist nicht nur ein unangenehmer Geruch, sondern stellt auch ein ernstes Problem beim Verkauf oder der Vermietung von Immobilien dar: Die Immobilie kann bis zu 30 Prozent an Wert verlieren, wenn intensive Tabakspuren vorhanden sind. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass sogenannte Thirdhand-Smoke-Rückstände – zum Beispiel Nikotin – sich in nahezu allen porösen Materialien festsetzen und auch nach gründlicher Reinigung häufig nicht vollständig verschwinden; ein Austausch oder eine Sanierung ist oft nötig. Abgesehen vom Wertverlust bedeuten diese Rückstände eine Gesundheitsgefahr – insbesondere Kinder, Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen sind empfindlich für die Langzeitfolgen der Schadstoffe. Zudem stehen laut aktuellen Medien Menschen in Deutschland immer noch häufiger vor Raucherwohnungen als in vielen anderen Ländern, was auch damit zusammenhängt, dass das EU-Ziel einer tabakfreien Generation bis 2040 schwer erreichbar scheint.

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