Während sich die Nominallöhne mit durchschnittlich 4,2 Prozent nach oben bewegten, stiegen die Verbraucherpreise mit 2,2 Prozent merklich, aber überschaubar. Besonders auffällig: Wer wenig verdient, konnte 2025 das meiste Plus auf dem Konto verbuchen. Das schwächste Gehaltsquintil, also die 20 Prozent Geringverdiener in Vollzeit, bekamen satte 6,0 Prozent mehr. Ganz ehrlich – das hat es lang nicht gegeben! Dagegen fällt das Lohnplus bei Spitzenverdienern (3,7 Prozent) beinahe bescheiden aus. Der große Verlierer? Die Minijobber – die gingen mit maximal 0,5 Prozent Zuwachs fast leer aus.
Wer beruflich im Finanzwesen, bei Versicherungen oder im Bildungsbereich unterwegs ist, konnte ebenfalls ordentlich zulegen – bis zu 5,7 Prozent mehr Geld in der Tasche! Sogar Auszubildende liefen mit plus 6,3 Prozent so manchem festangestellten Kollegen davon. Insgesamt stiegen die Löhne für Vollzeitkräfte um 4,3 Prozent. Frauen legten dabei mit 4,8 Prozent sogar etwas stärker zu als Männer (4,1 Prozent). Ob das ein Zeichen für echte Gleichberechtigung oder eher eine statistische Laune ist – schwer zu sagen.
Auch im letzten Quartal 2025 blieb der Trend: Die Reallöhne legten wie auf Schienen wieder 1,9 Prozent zu. Besonders Immobilienbranche, Bildung und Finanzsektor schickten ihre Beschäftigten mit dickerem Lohnzettel nach Hause. Einziger Wermutstropfen: Im traditionellen Handwerk, in Landwirtschaft oder im produzierenden Gewerbe ging es weitaus langsamer bergauf. Deutschland – ein Land der großen Unterschiede, nicht nur beim Wetter.
2025 brachte für Lohnempfänger in Deutschland nach Jahren der Stagnation wieder fühlbare Zugewinne, vor allem für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen. Grund dafür waren deutliche Lohnsteigerungen in Branchen wie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Bildung und unter den Auszubildenden, während Minijobber und manche klassische Branchen weniger profitierten. Die Schere zwischen unteren und oberen Gehaltsgruppen schloss sich leicht, aber viele Unsicherheiten bleiben: Wie nachhaltig sind diese Gewinne angesichts der aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen? Angesichts der jüngsten Wirtschaftsberichte erwarten viele Beobachter auch für 2026 moderate Reallohnsteigerungen, jedoch könnten die Energiepreise, geopolitische Konflikte und eine mögliche konjunkturelle Abschwächung in Europa diese Entwicklung dämpfen. Besonders diskutiert werden zudem Unterschiede in Ost- und Westdeutschland sowie die Frage, wie massiv die Lohnsteigerungen durch Tarifabschlüsse und den anhaltenden Fachkräftemangel getrieben werden. Auch Tariflohnentwicklungen und politische Debatten um Mindestlohnanpassungen werfen ihren Schatten voraus, während Gewerkschaften zumindest für Branchen wie Pflege, Erziehung und sozialen Dienstleistungssektor weitere Verbesserungen einfordern.