Am 17. und 18. April wurde die Hansemesse Rostock zum Treffpunkt für Pädagoginnen, Schulpraktiker, Wissenschaftler und all jene, die Schule nicht bloß „durchziehen“, sondern wirklich gestalten wollen. Das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern organisierte zusammen mit der renommierten GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement bereits zum dritten Mal diesen lebendigen Diskussionsraum: 'Lernort Schule im digitalen Wandel' – ein Titel, hinter dem viele Hoffnungen und auch Unsicherheiten stecken.
Was mir auffiel: Die Begeisterung der Teilnehmenden, aber auch ein Hang zum offenen Zweifel. Denn projektbasiertes Lernen klingt erstmal nach Hippie-Seminar, ist aber in Wahrheit nicht leicht zu implementieren. Lehrkräfte tauschten Erfahrungen aus, wie man mit digitalen Tools Unterricht mehr zum Gemeinschaftsprojekt als zur Frontalveranstaltung umbaut – und wie das manchmal klappt und manchmal auch grandios schiefgeht.
Thomas Jackl vom Bildungsministerium beschrieb diese Bewegung als wachsenden, vielfältigen Prozess. Man spürte: Hier geht es nicht nur um Theorie, sondern um echte Projekte, die Mut machen, Schule radikal neu zu denken. Die GPM, durch Prof. Peter Thuy vertreten, rückte dabei die Bedeutung von Projektmanagement-Kompetenz ins Rampenlicht. Wer heute Schüler fit für morgen machen will, kommt ums Teamwork, digitale Tools und flexible Lernsettings nicht mehr herum.
In den über 20 Workshops, nochmal so viele Diskussionen zwischendurch, wurde nicht nur gefachsimpelt, sondern tatsächlich an konkreten Ideen gefeilt. Wie kann digitale Bildung in die Fläche kommen? Was braucht es, um Lehrpläne praktisch zu erneuern – und wo hapert es wirklich? Die Tagung zeigt: Schulentwicklung ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf mit vielen Etappensiegen – und manchmal auch Rückschritten.
Mehr Hintergrund gibt es hier: gpm-ipma.de/tagung-bildung2026 und auch hintergründig im Blog: www.gpm-blog.de
Über die GPM:
Die GPM steht seit 1979 für professionelles Projektmanagement in Deutschland – sie verbindet Menschen aus Unternehmen, Hochschulen und Verwaltungen und beeinflusst die Entwicklung von PM-Standards auch international. Im Bildungsbereich will sie projektbasiertes, eigenverantwortliches Lernen fördern und Lehrkräfte fit für eine sich rasant verändernde (digitale) Welt machen.
Kontakt: Sebastian Wieschowski, GPM (s.wieschowski@gpm-ipma.de)
Klingt das nach Zukunft? Vielleicht, vielleicht auch nach einem klugen Anfang.
Die Rostocker Fachtagung brachte (wieder einmal) zahlreiche Akteure zusammen, die sich für den digitalen Wandel in Schulen engagieren. Neben klassischen Vorträgen lag der Schwerpunkt auf Austausch und Kollaboration zu projektbasiertem Lernen – also nicht bloß Theorie, sondern erlebte Praxis, die oft zwischen Euphorie und Skepsis pendelt. Im Fokus stehen dabei die Fragen, wie Schulen unabhängig von Standort und Ausstattung zukunftsfähig werden können und wie Lehrkräfte auf dem Weg in die digitale Bildungswelt begleitet werden. Spannend ist: Aus der aktuellen Berichterstattung der letzten 48 Stunden wird klar, dass digitaler Wandel an Schulen gerade bundesweit viel diskutiert wird. Beispielsweise berichtet die Süddeutsche, dass die Digitalisierung an deutschen Schulen nach wie vor sehr ungleich vorankommt, weil oft sowohl die Technik als auch die entsprechende Weiterbildung der Lehrkräfte fehlt. Laut FAZ wird auch auf politischer Ebene diskutiert, wie Fördermittel effizienter und schneller bei den Schulen ankommen können. Die taz analysiert, dass projektorientierte Lernmodelle zwar Vorteile bringen, jedoch im Schulalltag häufig an engen Zeitplänen und vollen Lehrplänen scheitern.