Seit mittlerweile 21 Jahren rückt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald mit der „Goldenen Tanne“ Menschen ins Licht, denen das Wohlergehen der Wälder am Herzen liegt. Für 2026 fällt die Wahl auf zwei Protagonisten, die unterschiedlicher kaum wirken – und doch Vieles eint: Während Eckart von Hirschhausen, allen voran durch seine Stiftung 'Gesunde Erde – Gesunde Menschen', Themen wie Klimaschutz und Gesundheit verschränkt, kämpft Carsten Wilke mit politischem Feingefühl für nachhaltige Forstwirtschaft. SDW-Präsidentin Heinen-Esser formulierte treffend: Beide glauben fest daran, dass der Wald als Lebensgrundlage erhalten und geschützt werden müsse – dank Ressourcengewinnung, Artenvielfalt, Wasserfilter und als „Puffer“ für unser Wohlbefinden.
Von Hirschhausen betonte in seiner Rede – gewohnt pointiert –, dass Klimaschutz im Grunde einen ganz persönlichen Kern habe: Unsere Zukunft, unsere Gesundheit, unser Lebensraum. Wälder sind dafür nicht nur eine hübsche Kulisse, sondern so etwas wie eine Lebensversicherung. "Wiederaufforstung bedeutet Hoffnung", sagte er – und forderte dazu auf, Verantwortung gemeinsam zu leben, als Schutzgemeinschaft.
Carsten Wilke sieht den Wald aus der Praxis heraus: Ein dynamisches, widerstandsfähiges System, das wir zwar vielseitig nutzen, aber nicht überfordern dürfen. Aus seiner Sicht braucht es mehr Aufklärung, Dialog und keine pauschalen Lösungen; vielmehr sei nachhaltige Waldbewirtschaftung eine Art Balanceakt zwischen Anspruch und Realität. Die Goldene Tanne sei Motivation, nicht das Ziel.
Die Auszeichnung selbst ist keineswegs ein alter Hut: Seit 2004 bekommen Persönlichkeiten, die sich besonders um die Wälder verdient machen, diese Anerkennung – unter den bisherigen Preisträgern findet man Namen wie Angela Merkel oder Klaus Töpfer. Und, vielleicht nebensächlich, aber dennoch erwähnenswert: Die SDW wurde schon 1947 gegründet und zählt heute mit knapp 25.000 Aktiven zu den traditionsreichsten Naturschutzverbänden Deutschlands.
Der diesjährige Ehrenpreis "Goldene Tanne" der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) wurde an Dr. Eckart von Hirschhausen und Carsten Wilke verliehen. Beide stehen symbolisch für die verschiedenen Facetten des Waldschutzes in Deutschland – von politischem Engagement für nachhaltige Forstwirtschaft bis zur Vermittlung der Bedeutung des Waldes für Gesundheit und Klima. Die Preisverleihung findet in einem gesellschaftlichen Klima statt, in dem Wälder durch Klimawandel, Trockenheit und Schädlinge massiv unter Druck stehen, weshalb prominente Fürsprecher wie Hirschhausen und Wilke die Debatte um Aufforstung, Biodiversität und nachhaltige Holzgewinnung immer wieder öffentlich in Bewegung bringen.
Laut aktuellen Berichten steht der deutsche Wald weiterhin unter großem Druck: 2024 zeigten sich erneut massive Schäden, insbesondere in Mittel- und Ostdeutschland, verursacht durch Trockenperioden und den Borkenkäferbefall; Experten diskutieren inzwischen über neue, widerstandsfähigere Baumarten sowie ein Umdenken in der Forstbewirtschaftung. In der politischen Debatte zieht das Thema größere Kreise: Die Bundesregierung plant, das „Waldklimapaket“ auszuweiten und kündigte zusätzliche Fördermaßnahmen für Waldbesitzer an, um Klimaresilienz, Biodiversität und nachhaltige Nutzung besser auszubalancieren. Initiativen wie die "Waldstrategie 2050" und wachsende Bürgerbeteiligung zeigen, dass Klimaschutz und nachhaltiger Waldumbau nicht mehr nur Spezialisten-Projekte sind – sondern die Mitte der Gesellschaft ansprechen.