Gerade einmal 61,3 Prozent aller ICE und IC sind im Mai laut interner Bahnstatistik pünktlich an ihrem Zielbahnhof aufgeschlagen. Das hat zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ aufgedeckt, und DB hat’s auf Nachfrage auch abgenickt. Ein Schritt vor, zwei zurück könnte man meinen: Im März kletterte die Quote noch auf 62,1 Prozent, im April sogar auf 64,4 Prozent. Jetzt lag der Wert unterhalb dieser Marken, aber immerhin über der 60-Prozent-Marke, die letztes Jahr häufig gerissen wurde. Über das ganze – wohlgemerkt laufende – Jahr 2026 schrammt man im Schnitt mit 59,9 Prozent gerade noch so an der 60 vorbei. Verkehrsminister Schnieder (CDU) hatte jüngst schon fast stoisch gesagt, er wäre zufrieden, wenn am Jahresende überhaupt eine Sechs vorne steht. Übrigens: Nach deutscher Statistik wird ein Zug als „pünktlich“ geführt, solange er nicht mehr als sechs Minuten hinter dem Fahrplan herhinkt. Der Blick zurück offenbart ein anderes Bild: Zu Corona-Zeiten 2020 waren es noch 81,8 Prozent pünktliche Fernzüge, 2021 immerhin 75,2 Prozent. Seither geht es mit der Quote stetig bergab – 2025 erwischte die DB mit 60,1 Prozent sogar ein echtes Allzeittief. Kleinliches Detail: Verspätung beginnt offiziell erst ab 5:59 Minuten Verzug – aber das ändert auch nichts am grundlegenden Problem.
Im Mai 2024 haben die Fernzüge der Deutschen Bahn ihre Pünktlichkeit zwar minimal verbessert, jedoch bleibt sie auf einem unbefriedigend niedrigen Niveau stecken. Während einzelne Monate leichte Ausschläge nach oben zeigen, dümpelt die Durchschnittsquote hartnäckig um die 60-Prozent-Marke – trotz politischer Versprechen und Zurückhaltung bei bahntechnischen Superlativen. Nach aktuellen Recherchen sind dabei die Ursachen weiterhin vielschichtig: Streckensperrungen wegen Baumaßnahmen, überlastete Knotenpunkte wie Frankfurt und Hamburg und die Baustellen-Offensive für künftige Modernisierungen bremsen die Bahn zusätzlich aus. Medien berichten, dass sogar das Sommerwetter und Personalausfälle, etwa durch kurzfristig erkrankte Lokführer, einen Einfluss auf die Zuverlässigkeit der Fernzüge haben. Der DB-Vorstand nennt die aktuelle Pünktlichkeitsquote „eine Herausforderung, aber auch eine Chance für grundlegende Verbesserungen“.