Zehn intensive Tage lang nahmen elf Vertreter prominenter deutscher Medien – etwa des Bayerischen Rundfunks, der Zeitung Neue Solidarität oder des Oberbayerischen Volksblatts – an einer Expedition durch China teil. Der Auftakt in Peking begann mit einer Konferenz im Außenministerium und einem Diskussionsforum zusammen mit chinesischen Medien und Think Tanks. Ziemlich spannend, wie schnell sich aus formellen Gesprächen lebhafte Debatten entspinnen können, wenn es um die Möglichkeiten grenzüberschreitender Zusammenarbeit geht.
Abseits von Meetingräumen bot die Megacity mit Abstechern ins China World Trade Center, in das alternative 798-Art District und – fast schon klischeehaft, aber dennoch beeindruckend – zur Großen Mauer all das, was China zwischen Innovation und Tradition ausmacht. Die nächste Etappe, Sichuan, veranschaulichte sowohl Chinas Liebe zum Kulturerbe als auch dessen modernen Ambitionen: Die berühmte Panda-Basis in Chengdu, das traditionsreiche Dujiangyan-Bewässerungssystem und das zukunftsgewandte Museumsareal von Sanxingdui – lauter Orte, an denen Altes und Neues zu einer spannenden Mischung verschmelzen.
In Guangdong, konkret in Zhuhai, ging es dann ganz klar um den technologischen Puls des Landes. Die Reisegruppe inspizierte Beispiele für erfolgreichen Infrastrukturausbau wie die gigantische Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke, schaute bei Gree Electric Appliances und bei Kingsoft Software vorbei – und wurde Zeuge davon, wie rasant Chinas Digitalsektor tickt. Rückblickend bleibt der Eindruck einer Reise, die völlig neue, manchmal auch widersprüchliche Perspektiven eröffnete. Das Ziel war also, einen Raum schaffen, in dem deutscher und chinesischer Journalismus sich begegnen und voneinander lernen können. Ganz ehrlich: Solche Begegnungen könnten in Zeiten polarisierter Debatten häufiger stattfinden.
Die Pressereise ermöglichte deutschen Journalisten einen authentischen Blick hinter die Kulissen Chinas – von Regierung und Medien bis hin zu Technologie-Hotspots und Kulturerbestätten. Im Zentrum der Veranstaltungen stand der Austausch über Medienarbeit, Innovationsdruck und das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. Neuere Berichte aus verschiedenen Nachrichtenportalen zeigen zudem, dass Austauschprogramme zwischen China und Deutschland zunehmen, wobei insbesondere Fragen um Transparenz, journalistischer Unabhängigkeit und Realitätsabbildung zunehmend diskutiert werden.
So berichtete die DW am 29. Mai ausführlich über die wachsenden Rolle deutsch-chinesischer Medienpartnerschaften und wie diese zur gegenseitigen Annäherung, aber auch zu neuen Herausforderungen hinsichtlich redaktioneller Freiheit führen (Quelle: DW). Die Zeit reflektierte, dass Reisen wie diese den Blick auf China nuancieren, jedoch auch kritische Stimmen zur Inszenierung Chinas als Modernisierungswunder laut werden (Quelle: Zeit Online). Die Süddeutsche hob hervor, wie wichtig differenzierte Berichterstattung bei internationalen Presseeinladungen ist, um Stereotypen und einseitige Darstellungen zu vermeiden (Quelle: Süddeutsche Zeitung).