Rechnungshof zweifelt an Sinn der Fehmarnsundbrücken-Modernisierung

Eine alte Brücke als Notlösung für den Bahnverkehr nach Dänemark? Die Prüfer des Bundesrechnungshofs sehen das mit Skepsis – zu teuer, zu unsicher.

heute 10:59 Uhr | 7 mal gelesen

Eigentlich soll die Bahnstrecke zwischen dem deutschen Festland und Fehmarn irgendwann mal schnurstracks durch einen Tunnel verlaufen – so zumindest der große Plan. Tja, nur zieht sich der Bau ewig hin. Die Deutsche Bahn spielt deshalb mit dem Gedanken, die betagte Fehmarnsundbrücke kurzfristig zu elektrifizieren, Preis: über 60 Millionen Euro. Für den Bundesrechnungshof klingt das nach Geld zum Fenster raus, jedenfalls steht in deren vertraulichem Bericht, dass die Kosten ausufernd und schwer kalkulierbar sind. Hinzu kommen Zweifel daran, ob die Brücke überhaupt für den künftigen Verkehr gewappnet ist – „Belastungen des künftigen Schienenverkehrs“ heißt es da. Der Zeitplan wackelt auch: Aktuellen Schätzungen zufolge könnte die Strecke erst 2032 fertig sein, satte drei Jahre später als ursprünglich angedacht. Und günstiger wird's damit auch nicht – im Gegenteil: die aktuelle Preisvorstellung liegt schon bei über 10 Milliarden. Von der Bahn gibt’s nur vage Auskünfte: Kein festes Datum, alles noch offen – vor allem, ob und wie die Brücke wirklich genutzt werden soll. Klar ist nur: Güterzüge sollen da erstmal nicht langrollen.

Die Überlegungen, die Fehmarnsundbrücke für den Bahnverkehr als Übergangslösung zu nutzen, stoßen beim Bundesrechnungshof auf entschiedene Kritik, da die steigenden Kosten kaum abschätzbar sind und die Brücke wahrscheinlich nicht für die spätere Belastung durch den internationalen Schienenverkehr ausgelegt ist. Hinzu kommt, dass sich die Bauarbeiten für den eigentlichen Tunnel weiter verzögern, was nicht nur die Fertigstellung der Verbindung beeinträchtigt, sondern die kalkulierten Baukosten nahezu explodieren lässt – mittlerweile rechnet man mit mehr als 10 Milliarden Euro gegenüber den anfangs geplanten 8 Milliarden. Inzwischen werden in den Medien verstärkt Stimmen laut, die hinterfragen, ob eine Investition in die Brücke angesichts des Unsicherheitsfaktors überhaupt sinnvoll ist oder einfach nur als teurer Schnellschuss in die Geschichte eingehen wird. Neuere Meldungen (Stand Juni 2024) berichten von weiteren Herausforderungen, etwa dem Naturschutz, Unstimmigkeiten mit Dänemark sowie politischen Debatten über Deutschlands Großprojekte an der Grenze.

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