Reem Alabali Radovan: Wehtun ja, aber nicht stehenbleiben – Wie das BMZ Reformkurs trotz Kürzungen steuert

Angesichts der kommenden Sparmaßnahmen will das Entwicklungsministerium unter Leitung von Reem Alabali Radovan (SPD) seine Arbeit neu fokussieren. Trotz spürbarer Einschnitte bleibt sie bei ihrer Haltung, die Wirkung der Mittel zu maximieren – auch wenn das bedeutet, alte Wege zu verlassen.

12.01.26 13:24 Uhr | 29 mal gelesen

Nicht, dass es jemandem entgangen wäre: Die Haushaltslöcher werden auch beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ganz konkret spürbar. Die Budgetvorgaben von Finanzminister Lindner liegen wie Blei über allem, und Reem Alabali Radovan macht keinen Hehl daraus, dass es diesmal richtig wehtun wird. „Schmerzhaft“, sagt sie. Und ehrlich gesagt, glaubt ihr das vermutlich sogar jeder. Manche hätten vielleicht gehofft, die Entwicklungspolitik würde von der nächsten Sparwelle verschont, aber weit gefehlt. Trotzdem bleibt sie optimistisch, dass eine Neuausrichtung das Schlimmste abfedert: Weniger Gießkanne, mehr Präzision. Was sie mit ihrem Reformprozess erreichen will? Kurz gesagt: weniger Streu, mehr Treffer. Klare Schwerpunkte – etwa durch gezielte Kreditvergaben an aufstrebende Wirtschaften. Die Regionalliste liest sich wie ein who’s who der geopolitischen Brennpunkte: Europa, Naher Osten, Nordafrika, Sahel und das Horn von Afrika. Eine neue Nord-Süd-Kommission ist auch geplant. Details zum Umfang der Streichungen? Fehlanzeige – das bleibt offen. Aber eines ist klar: In der Entwicklungspolitik gibt es ab jetzt weniger Ressourcen, aber vielleicht mehr Richtung. Klingt erst mal pragmatisch – ein bisschen wie Aufräumen im eigenen Laden, bevor draußen der Sturm losbricht.

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan steht vor der drängenden Aufgabe, deutliche Kürzungen im Etat ihres Hauses umzusetzen – eine Herausforderung, die sie offen mit dem Wort "schmerzhaft" umschreibt. Ihr Lösungsansatz ist, die deutsche Entwicklungszusammenarbeit strategisch zu fokussieren und effizienter auszurichten: Kooperation mit wirtschaftlich starken Partnern soll künftig stärker kreditbasiert, und regionale Schwerpunkte auf besonders sensible oder konfliktträchtige Regionen gelegt werden (wie Europa, den Nahen Osten und Afrika). Über die genaue Höhe der Kürzungen lässt sich weiterhin nur spekulieren, zugleich sind viele Organisationen aus der Entwicklungszusammenarbeit wegen der möglichen Auswirkungen besorgt – einige warnen, dass versprochene Projekte ins Wanken geraten könnten, andere hoffen auf innovative Reformen mit Signalwirkung; was bleibt, ist die Ungewissheit, ob eine neue Kommission und präzisere Fördermodelle reichen, um Deutschlands Ansehen als fairer Partner abzusichern. Laut aktuellen Berichten auf anderen Nachrichtenseiten stehen viele Ministerien vor einem ähnlichen Spardruck, etwa das Verteidigungsministerium und das Auswärtige Amt, wodurch das politische Ringen um Prioritäten und internationale Verantwortung in Berlin heftiger wird. Verschiedene Stimmen fordern einen Stopp der Sparmaßnahmen bei Schlüsselthemen wie Klimainvestitionen und humanitärer Hilfe, da andernfalls Langzeitschäden für Deutschlands Rolle als globaler Akteur befürchtet werden. Die Reformvorschläge von Alabali Radovan sind deshalb auch ein Signal an die internationale Gemeinschaft – mit dem Versuch, Sparsamkeit mit Verantwortungsbewusstsein auszubalancieren.

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