Wer die vergangenen Jahre mit offenen Augen verfolgt hat, wird es geahnt haben: Refurbished ist nicht mehr die graue Maus unter den Verkaufsmodellen. Thibaud Hug de Larauze, Mitgründer und CEO von Back Market, bringt es (zugegeben recht stolz) auf den Punkt: Refurbished ist dabei, sich vom Nischenphänomen zum festen Bestandteil des globalen Marktes zu mausern – und dabei werden etliche Elektronik-Fans offenbar zu Mehrfachtätern. Das Jahr 2025 galt bei Back Market als Paradebeispiel: Neue Produkte, wachsende Akzeptanz quer durch alle Altersgruppen und Gerätegattungen, teils rasant steigende Zahlen, vor allem in Europa. Deutschland zeigt besonders ins Auge stechende Zuwächse: 58 Prozent Umsatzplus und jede Menge Neukund:innen, von denen mittlerweile gut ein Drittel älter als 55 sind – ein klares Zeichen, wie sehr die Reparierbarkeit und Wiederverwendung von Geräten Menschen verschiedener Generationen anspricht.
Was auffällt: Die Europäer setzen schon länger auf langlebige Technik. Back Market sieht das als Beweis, dass ein stabiler Markt für gebrauchte Elektronik entstehen kann, sobald Infrastruktur und Vertrauen passen. In Frankreich, der Back-Market-Heimat, läuft das Geschäft mit einer satten EBITDA-Marge von 35 Prozent und globaler Gewinnschwelle wie geschmiert. Die USA – große Rockstars der Konsumgüterrotation – holen allerdings spürbar auf: 40 Prozent Plus in wichtigen Märkten und wachsendes Interesse an älteren Gerätegenerationen, besonders bei Gen Z. Wo früher jedes Jahr ein neues Gerät Pflicht war, gilt heute: Software und Cloud sind angesagt, die Hardware darf gern länger bleiben. Klar, ein Trend, bei dem sich die Branche selbst neu definiert.
Spannend ist auch der Ausblick, den Back Market wagt: 2026 will das Unternehmen den Rückhalt in Branche und Politik weiter ausbauen. Auf dem Mobile World Congress und anderen Foren will man vor allem diskutieren, wie KI, Cloud und nachhaltige Nutzung Zyklus und Wert von Geräten umkrempeln können. "Refurbished ist international längst etabliert," betont Hug de Larauze, „aber wie schnell die USA wirklich aufschließen, das bleibt abzuwarten."
Noch eine Randnotiz, weil sie oft übersehen wird: Die Ausweitung auf Küchengeräte, Videoprojektoren und sogar Eismaschinen in Deutschland zeigt, dass refurbished nicht mehr nur Handy bedeutet. Der Markt diversifiziert sich spürbar – und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit wächst.
Back Market verzeichnet für das Jahr 2025 einen globalen Bruttowarenumsatz von über 3,5 Milliarden US-Dollar – eine Steigerung um 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders in Deutschland ist der Boom des Refurbished-Marktes mit einem Umsatzplus von 58 Prozent und einer erheblich gestiegenen Anzahl Neukunden spürbar, wobei sich der Trend generationsübergreifend manifestiert. Die Expansion in den USA ist vielversprechend: Die wichtigsten Märkte wachsen dort rund 40 Prozent schneller als im globalen Mittel und Deutungen deuten darauf hin, dass vor allem jüngere Verbraucher Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft neu bewerten. Europäische Märkte setzen bereits stark auf längere Gerätezweitnutzung, während die USA diesen Kurs zunehmend übernehmen, angespornt durch eine Verschiebung des Werts von Hardware zu softwarebasierten Innovationen. Zu den beliebtesten Gerätekategorien gehören 2025 nicht nur Smartphones, sondern ebenso Küchengeräte und Unterhaltungselektronik – diese Diversifizierung unterstreicht den Wandel im Kaufverhalten zu Gunsten von Ressourcenschonung. Experten aus Nachhaltigkeit und Ökonomie weisen in aktuellen Debatten darauf hin, dass globale Initiativen für die Geräte-Lebensdauer künftig noch wichtiger werden, und verweisen auf politische Diskussionen um das Recht auf Reparatur, das unter anderem in Europa weiter gestärkt werden soll.