Renteneintrittsalter: Kanzleramtschef will längeres Arbeiten – und warnt vor einfachen Antworten

Thorsten Frei (CDU) fordert eine Debatte über späteren Ruhestand, verweist aber auch auf geplante Kommissionsvorschläge.

04.05.26 22:41 Uhr | 2 mal gelesen

Der Kanzleramtschef, Thorsten Frei, hat sich öffentlich dafür ausgesprochen, das Renteneintrittsalter weiter an die wachsende Lebenserwartung anzupassen. Er kündigte im Fernsehen an, dass es im Juni einen Bericht der Rentenkommission geben werde. Die Spannung sei förmlich greifbar – besonders weil Frei andeutete, dass sich die Empfehlungen auf die 'Lebensarbeitszeit' konzentrieren könnten. Ob es sinnvoll ist, weiterhin starr an Altersgrenzen festzuhalten, wurde dabei durchaus infrage gestellt. "Wer älter wird, sollte auch länger arbeiten können. Alles andere wäre, rein rechnerisch gesehen, irgendwie schräg", so der CDU-Politiker. Gleichzeitig mahnte Frei, die ganze Diskussion nicht an einer einzigen Zahl oder einem bestimmten Zeitpunkt festzumachen. Vielmehr gehe es um eine Mischung aus Gestaltungswillen, technologischem Wandel – gerade richtete er den Scheinwerfer auf Künstliche Intelligenz – und pragmatischen Lösungen, um Menschen tatsächlich länger und gesünder berufstätig sein zu lassen. Das Argument, der demografische Wandel verlange einfach ein pauschales höheres Renteneintrittsalter, sei für ihn zu kurz gegriffen.

Thorsten Frei, der CDU-Kanzleramtsminister, stellt sich eine an das steigende Lebensalter gekoppelte Lebensarbeitszeit vor und verweist auf den kommenden Bericht der Rentenkommission im Juni. Seine Sicht: Es brauche mehr als nur automatisches Hochsetzen des Rentenalters – technologische Innovationen und bessere Arbeitsbedingungen könnten es ermöglichen, gesünder und flexibler im Berufsleben zu bleiben. Aktuell steht die Rentenpolitik unter massivem Druck wegen der alternden Bevölkerung, steigenden Ausgaben der Rentenkasse und wachsender gesellschaftlicher Unsicherheit bezüglich der Zukunftsfähigkeit des Systems. Interessant ist zudem, dass immer mehr Erwerbstätige Überlegungen anstellen, freiwillig länger im Job zu bleiben – auch, weil die Nachfrage nach erfahrenen Kräften steigt, wie Studien zeigen. Laut aktuellen Medienberichten steigen zudem die Erwartungen an eine neue Rentenreform – der Richtungsstreit zwischen mehr privater Vorsorge und staatlicher Umlagefinanzierung wird hitziger. Zudem drängen Verbände darauf, nicht nur die Lebensarbeitszeit, sondern auch flexible Übergänge und individuelle Belastungen stärker zu berücksichtigen.

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