Die Idee wirkt zunächst fast zu simpel, aber gerade darin liegt ihre Kraft: In lokalen Sportvereinen, diesen oft unterschätzten Knotenpunkten des gesellschaftlichen Lebens, möchte man angesichts von Hass, Fake News und Verschwörungsmythen ins Gespräch kommen. Im Kern geht es darum, wie Vereine, deren Mitglieder häufig noch echten Zusammenhalt erleben, sich gegen Polarisierung und Desinformation aufstellen können – flankiert vom oft unterschätzten Lokaljournalismus. Dieser ist, so verriet es mir schon einmal ein Sportredakteur am Biertisch, manchmal der letzte Anker für verlässliche Infos, gerade, wenn der Facebook-Dschungel wieder tobt.
Das Auftaktevent am 4. Mai im Deutschen Fußballmuseum Dortmund hatte, wie man hört, einen ganz eigenen Spirit: Über 70 Menschen aus der Amateurfußballszene und Ehrenamtliche schilderten offen ihre Erfahrungen mit Unsicherheit, medialer Verrohung und den kleinen Glücksmomenten, wenn man sich trotz aller Gräben begegnet. Mit dabei: pit Gottschalk, Peter Neururer, Vertreter:innen von #UseTheNews, treffpunkt verein, Lensing Media – ein aufmerksames Publikum, dem das Thema nicht gleichgültig ist.
Tags darauf, in München, wird unter anderem Philipp Lahm bei einem Talk von IPPEN.MEDIA, namentlich Münchner Merkur und tz, die Debatte weiter anfachen. Vertrauen in Medien, Verantwortung im Sport und praktische Ansätze im Vereinsalltag stehen dort auf der Agenda. Für die Initiator:innen zählt vor allem, dass diese Gespräche Nachhall erzeugen: Bis Ende 2026 sind weitere Workshops geplant, vor allem, um Nachrichtenkompetenz direkt in die lokale Vereinswelt zu bringen.
Zitat des Tages, für mich jedenfalls: 'Sportvereine sind die Orte, an denen sich Gesellschaft wirklich zeigt: Wir sind alle unterschiedlich – doch auf dem Platz spielt das erstmal keine Rolle', meint Vanessa Bitter, UseTheNews. Der Gedanke: Die Stärke der Vereinsvielfalt als Bollwerk gegen Spaltung nutzen. Auch Lahm betont, wie wichtig bewusste Mediennutzung und kritisches Denken für das friedliche Miteinander seien. Mitstreiter wie Florian Jamer (IPPEN.MEDIA) und Wolfram Kiwit (Lensing Media) unterstreichen die Schlüsselrolle des Lokaljournalismus – gerade im Alltag, wo Orientierung manchmal im Trikot der Nachbarschaft steckt.
Die Initiative könnte ein Modell für ähnliche Projekte quer durchs Land werden. Sie knüpft an einen Aktionstag an, der Lokaljournalismus aus dem Schatten holen will – unterstützt von Verlegerverbänden, Bundeszentrale für politische Bildung, diversen Medienprojekten und anderen Engagierten.
Übrigens: Die Plattform treffpunkt verein wuchs aus Philipp Lahms Erfahrungen als Turnierdirektor der EM. Hier steht alles im Zeichen von Mitmachen, Wertschätzung und echter Stärkung durch Wissen, Austausch und Anerkennung. #UseTheNews wiederum versucht seit Jahren, Medienbildung zeitgemäß und erlebbar zu machen – ein Vorhaben, das aktueller kaum sein könnte.
Noch ein Tipp: Wer direkt mitgestalten oder mehr wissen will, schaut am besten unter www.treffpunktverein.de und folgt den Projekten weiter.
Vereine sind der soziale Motor von Deutschlands Nachbarschaften – zumindest dann, wenn sie sich nicht von Fake News und Verschwörungsmythen spalten lassen. Mit dem neuen Veranstaltungsformat wollen #UseTheNews und treffpunkt verein gemeinsam mit Zeitungsverlagen zeigen, wie lokale Zusammenhänge und Nachrichtenkompetenz Hand in Hand gehen. Die Auftaktevents in Dortmund und München sollen Wegweiser für weitere Initiativen sein, die den kritischen Umgang mit Informationen und den Wert des Lokaljournalismus wieder stärker ins Bewusstsein rücken – und zwar ganz praktisch, da, wo echtes Leben stattfindet: auf dem Sportplatz, im Vereinsheim, im Alltag.
Neue Recherchen unterstreichen, dass viele Vereine zunehmend verunsichert sind, wie sie mit Hass im Netz, digitalen Desinformationskampagnen und Spaltung umgehen sollen. Zugleich wächst laut aktuellen Studien das Bedürfnis nach vertrauenswürdigen lokalen Nachrichten und Begegnungen auf Augenhöhe jenseits sozialer Medienblasen. Mehrere Medienhäuser, wie jüngst durch Berichte im Kontext #UseTheNews und rund um den Tag des Lokaljournalismus sichtbar, positionieren sich deutlich für mehr Medienbildung und Dialog – dabei wird die direkte Einbindung von Vereinen als gesellschaftliches Rückgrat immer offensiver betont. Die bundesweite Resonanz auf das neue Format scheint hoch, zumal prominente Unterstützung und nachhaltige Angebote wie Workshops und Austauschforen für Vereine auch nach den Piloten geplant sind.