Klimastrategie im Spannungsfeld der Zeit
'Inmitten gesellschaftlicher Debatten um Umweltschutz und Wirtschaft steht eins fest: Klimaschutz darf nicht zur taktischen Manövriermasse werden', meint Florian Schütze, verantwortlich für Nachhaltigkeit bei der Schwarz Gruppe. 'Gerade in unsicheren Zeiten erkennen wir: Ökologisches Handeln ist keine moralische Kür mehr, sondern handfester Wettbewerbsfaktor.' Für ihn und seine Kollegen ist Nachhaltigkeit der Dreh- und Angelpunkt zukunftsfähiger Wirtschaft – ehrlich gesagt klingt das längst nicht mehr nach grünem Marketing, sondern nach nüchternem Selbstschutz. Bemerkenswert: Das Unternehmen nutzt seine Größe, um entlang der Lieferkette Veränderungen anzustoßen. Über 1.000 Partner sollen bis Ende 2026 eigene Klimaschutzpläne vorlegen – das klingt erst einmal nach mächtig viel Koordination, ist aber wohl nötig.
Die Schwarz Gruppe sieht sich als Ökosystem, das Produktion, Handel, Recycling und IT verbindet. Ihre SBTi-Agenda: Bis 2050 sollen die Emissionen in betrieblichen Bereichen (Scope 1 & 2) um satte 90 Prozent sinken (Ausgangspunkt: 2019). In Scope 3 – ein wahrer Knackpunkt – peilt man für land- und forstwirtschaftliche Sektoren 72 Prozent, für Energie, industrielle Vorgänge und Kraftstoffe gar 90 Prozent Reduktion an (Basis jeweils 2022). Kurzfristige Meilensteine bis 2030/34 sind schon seit dem Frühjahr 2025 SBTi-geprüft, die endgültige Validierung der langfristigen Ziele stand dann im Folgeherbst fest.
Lieferkette: Das komplizierte Herzstück
Fast 98 Prozent der Klimabelastung fallen bei der Schwarz Gruppe abseits der eigenen Läden an – nämlich quer durch Zulieferer, Transport und Co. (Scope 3). Der große Hebel liegt also bei Partnern und Produkten. Damit das klappt, braucht es gezielte Investments, Datensammlung, aber auch Geduld, Partnerschaft und vielleicht ab und zu einen Anruf mehr. Lidl und Kaufland zeigen zudem, wie ein nachhaltig gestaltetes Sortiment Kunden auf den Geschmack bringt – etwa durch pflanzenbasierte Alternativen zu fairen Preisen.
Wer ein wenig Praxis sehen will: Auf der Grünen Woche in Berlin (16.–25. Januar 2026) veranschaulichen Lidl und Kaufland gerade, wie nachhaltige Ernährung praktisch und erschwinglich wird, angefangen bei regionalen Produkten bis zu Preisausgleich für pflanzliche Optionen.
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Weitere Einblicke gibt’s unter www.gruppe.schwarz und im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht unter www.nhb.schwarz.
Kontakt bei Fragen: Schwarz Corporate Affairs GmbH & Co. KG, Tel: 07132 30-788600, presse@mail.schwarz
Die SBTi-Zertifizierung bestätigt: Die Schwarz Gruppe – insbesondere mit ihren Marken Lidl und Kaufland – verfolgt konsequent und wissenschaftlich fundiert die Klimaneutralität bis 2050. Kritisch betrachtet ist dabei nicht alles leicht umzusetzen: Besonders die Scope-3-Emissionen, die in der Lieferkette entstehen, stellen eine gewaltige Herausforderung dar und verlangen nach neuen Partnerschaften, hartnäckiger Datensuche und manchmal langwierigen Abstimmungen mit Lieferanten. Neuere Recherchen zeigen, dass viele Unternehmen weltweit noch mit der praktischen Umsetzung ihrer SBTi-Ziele ringen: Laut einem aktuellen Bericht der Zeit gibt es immer wieder Verzögerungen und Unsicherheiten, sobald tiefere Wertschöpfungsstufen und internationale Zulieferer betroffen sind (Quelle: Die Zeit). Der Spiegel berichtet ergänzend, dass die Zielmarke von Netto-Null oft mit Kompensationsprojekten erreicht werden soll, wodurch die Glaubwürdigkeit einzelner Initiativen auf dem Prüfstand steht (Quelle: Der Spiegel). Die FAZ hebt hervor, dass der gesellschaftliche und politische Druck auf große Handelskonzerne wächst, die Transparenz zu erhöhen und robuste, messbare Fortschritte zu liefern, um Greenwashing-Vorwürfe zu vermeiden (Quelle: FAZ). Es zeigt sich also: Die Validierung durch SBTi ist ein wichtiger Schritt, doch der Alltag der Transformation bleibt komplex und voller Stolperfallen. Aus aktuellem Anlass ergänzend: Die UN hat jüngst darauf hingewiesen, wie entscheidend internationale Zusammenarbeit und Offenlegungspflichten sind, um ehrgeizige Klimaziele tatsächlich einzuhalten. Außerdem gewinnen innovative Ansätze wie Kooperationen zwischen NGOs, Start-ups und Großkonzernen an Bedeutung, um nachhaltige Lieferketten transparenter und effizienter zu gestalten.