Immer mehr Zwangsversteigerungen: Der Trend setzt sich 2025 fort

Auch 2025 steigt die Zahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland weiter an – ein Spiegelbild wirtschaftlicher Unsicherheit.

heute 15:11 Uhr | 4 mal gelesen

Ich weiß nicht, ob es ein Gefühl gibt, das den herben Nachgeschmack einer Zwangsversteigerung wirklich einfängt. Die nüchternen Zahlen, die Argetra jüngst präsentierte, sprechen für sich: Die Termine für Immobilienzwangsversteigerungen legten um 4,7 Prozent zu – nicht mehr so rasant wie im Vorjahr mit neun Prozent, aber deutlich genug. Bemerkenswert ist, dass der Gesamtwert der versteigerten Immobilien 2025 sogar um satte 10,7 Prozent gestiegen ist, auf stolze 4,76 Milliarden Euro. Wenn man sich fragt, woher dieser Trend weht: Es ist das altbekannte Paket aus wirtschaftlichem Dauerfrust, realer Kaufkraft, die einfach nicht mithalten kann, den üblichen geopolitischen Schatten und – offenbar besonders schmerzlich – einer wachsenden Zahl von Privat-Insolvenzen. Das ist das deutlichste Niveau seit neun Jahren! Etwas überraschend: Thüringen steht mit Abstand an der Spitze, was Termine pro 100.000 Haushalte angeht (60), während Bayern weit abgeschlagen bei 27 liegt. Im Bundesschnitt sind es jetzt 34. Berlin ruft unter anderen die höchsten Verkehrswerte auf: Im Mittel über 1,3 Millionen Euro pro Objekt. Hamburg landet gleich dahinter, während Thüringen mit 100.000 Euro den Gegenpol bildet. Über alle Bundesländer ausgewalzt liegt man bei rund 338.000 Euro. Interessant auch, wer im Städtevergleich die Nase vorn hat: Berlin bleibt Führender, aber Chemnitz, München, Leipzig, Zwickau und Nürnberg kreuzen prompt dahinter auf. Manche Städte rutschen neu in die Top 40, andere verschwinden sang- und klanglos – ein permanenter Verschiebebahnhof. Was die Zukunft bringt? Die Analysten sagen: Das hängt mal wieder von Inflation, Zinsentwicklung und der Laune der Wirtschaft ab. 2023 war ein echter Absturz bei Wohnimmobilienpreisen, 2024 eine Seitwärtsbewegung, jetzt – 2025 – spürbar Aufhellung am Immobilienhorizont. Aber Achtung: Die in den nächsten Jahren auslaufenden günstigen Zinsbindungen könnten den Markt erneut gehörig durcheinanderwirbeln. Im vergangenen Weihnachtsgeschäft standen schon rund 15 Prozent mehr Zwangsversteigerungen im Kalender als im Vorjahr. Und: Die Erfahrung zeigt – wenn diese Zahl steigt, zieht bald auch die tatsächliche Zahl der Zwangsversteigerungen nach.

Deutschland sieht sich 2025 mit einem weiteren Anstieg der Zwangsversteigerungen konfrontiert, ein Symptom der persistierenden Wirtschaftsschwäche, unsicherer Arbeitsmärkte und gestiegener Lebenshaltungskosten. Verschärfend wirkt das Auslaufen vieler Zinsbindungen aus der Niedrigzinsphase, was zahlreiche Haushalte vor neue finanzielle Herausforderungen stellt – die Furcht vor einer neuen Welle von Zwangsversteigerungen wächst. In den vergangenen Tagen berichten zahlreiche Medien außerdem, dass der Immobilienmarkt weiterhin unter Druck steht: Die Kaufpreisentwicklung zeigt zwar erste leichte Erholungsanzeichen, doch Unsicherheit und Zurückhaltung dominieren nach wie vor das Bild; Wohnungseigentümer und Investoren stehen vor der Frage, ob die Zinswende und kommende Konjunktur den Markt stabilisieren können.

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