Haaner Kerb Dreieich: Mehr als Kirmes – gelebte Tradition trifft auf zeitgemäße Lebensfreude

Dreieich – Jahr für Jahr verwandelt die Haaner Kerb das Herz der Stadt in einen lebendigen Treffpunkt für Einheimische, Neugierige und all jene, die einfach mal wieder Kind sein wollen. Das Volksfest ist mit seiner energiegeladenen Mischung aus Ursprünglichkeit, Musik und kulinarischen Genüssen ein weit beachtetes Event in Südhessen und verbindet Generationen. Zwischen Zuckerwattewolken und Livemusik pulsiert das Gemeinschaftsgefühl – und irgendwie fühlt sich alles für ein paar Tage ein bisschen wie „früher“ an.

heute 10:30 Uhr | 3 mal gelesen

An der Haaner Kerb klebt seit Jahrzehnten ein gewisser Zauber, schwer zu greifen, noch schwerer zu beschreiben. Menschen kommen zusammen, die sich sonst selten sehen, teilen eine Bratwurst, linsen verstohlen zur Blaskapelle – und vielleicht denkt der eine oder andere daran, wie der Platz vor 50 Jahren aussah, als die Zelte noch kleiner und die Lichter weniger bunt waren. Aber die Grundidee bleibt: Nähe schaffen, Alltag vergessen und miteinander anstoßen, unabhängig vom Wetter.
Überraschend: Nicht nur für Familien mit Kindern oder nostalgische Kerb-Fans lohnt der Besuch. Wer offen ist, stolpert auf dem Fest auch mal in eine der seltsamen Nebeneinanderstellungen – zum Beispiel in die Welt der jungen Startups und alteingesessener Metzger neben dem Oldtimer-Stand. Dreieich spannt an diesen Tagen einen Bogen von Festwoche zur Wirtschaftsmesse, wie nebenbei.

Vergangenheit, die lebt
Ursprünglich sollten mit der Kerb kirchliche Anlässe gefeiert werden – klar, das weiß in Dreieich jedes Grundschulkind. Aber wie viele Feste kann man heute noch seiner Urgroßmutter erklären, ohne ins Schlingern zu geraten? Vereinsleben, ehrenamtliches Engagement und der Stolz aufs Städtchen, das spürt man auf der Haaner Kerb wirklich bis unter die Haut.

Von Blaskapelle bis Riesenrad, Streuselkuchen bis Cocktails: Die Kerb lebt von ihren Gegensätzen. Und kaum zu glauben, dass sie sich dabei noch immer weiterentwickelt – zum Beispiel mit nachhaltigen Angeboten oder familienfreundlichen Ruhezonen.

Mehr als nur Kirmes
Wirtschaftlich brummt es gewaltig, wenn der Festplatz blinkt und die Gäste aus ganz Rhein-Main herströmen. Nicht nur Gastronomie und Fahrgeschäftsbetreiber schreiben an guten Tagen schwarze Zahlen. Einzelhandel, lokale Dienstleister und sogar Branchen wie der Gebrauchtwagen-Ankauf reiben sich die Hände, weil plötzlich tausende Menschen durch die Stadt schlendern und nach Angeboten Ausschau halten.

Tradition bleibt, Wandel kommt hinzu
Die Mischung macht es: Kerbumzug mit Herz, Vereine die den Festbetrieb zusammenhalten, Bands, die auch mal bis nachts um drei die Bühne entern – und Kinder, die das Lachen nicht verlernen. Fehlt eigentlich nur noch ein bisschen sonniges Wetter, aber die Kerb würde vermutlich selbst bei Dauerregen weiterleuchten. Eine Prise Moderne kommt dazu: Nachhaltigkeitskonzepte, Foodtrucks und digitalisierte Ticketing-Systeme, wie man sie früher unmöglich erklären konnte.

Natürlich ist kein Fest komplett ohne gutes Essen: Von knuspriger Bratwurst bis zu Mutzenmandeln, von Apfelwein bis Cola, von veganen Brezeln bis Kartoffelpuffer mit „geheimer Soße“. Den Duft der Haaner Kerb trägt der Wind übrigens weit über die Stadtgrenze hinaus…

Zusammenhänge, die bleiben
Am Ende jedes Jahres bleibt die Hoffnung – dass viele Hände weiter anpacken, dass Ehrenamt kein Fremdwort wird, dass auch neue Gesichter die Kerb entdecken. Wer einmal mitgemacht hat, weiß: Die Haaner Kerb ist gewachsene Tradition, und gleichzeitig das Versprechen, gemeinsam weiterzugehen, selbst wenn das Karussell mal stehen bleibt.

Die Haaner Kerb ist seit Generationen das emotionale Herzstück der Stadt Dreieich, das Jung und Alt gleichermaßen in seinen Bann zieht. Neben der kulturellen und sozialen Komponente können regionale Wirtschaft und Ehrenamt nachhaltig profitieren, indem sie auf dem Fest ihre Angebote in Szene setzen und Netzwerke knüpfen. In der diesjährigen Kerb spielt Nachhaltigkeit eine größere Rolle – etwa durch Recycling-Stationen, Stromsparmaßnahmen beim Bühnenprogramm und die Förderung lokaler Anbieter, wie die Veranstalter betonen. Zudem gibt es Bestrebungen, vermehrt auf inklusive Angebote zu setzen, um Barrierefreiheit und Teilhabe für Menschen mit Einschränkungen weiter auszubauen. Die lokale Presse berichtet von einer besonders hohen Besucherzahl in diesem Jahr, was den Ansatz der Mischung aus Tradition und Erneuerung klar bestätigt.

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