Schutz jüdischen Lebens: Deutschlands besondere Verantwortung am Holocaust-Gedenktag

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages hebt Innenminister Alexander Dobrindt hervor, wie ernst Deutschland die Sicherheit jüdischer Bürger und Einrichtungen nimmt – gerade in Zeiten wachsenden Antisemitismus.

heute 13:25 Uhr | 4 mal gelesen

Dass Deutschland eine besondere Verpflichtung gegenüber jüdischem Leben und Sicherheit habe, betonte Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag im Gespräch mit dem Sender ‚Welt‘, am Rande eines Wirtschaftsgipfels. Da klingt keine Floskel, sondern die wiederkehrende Erinnerung an Deutschlands Geschichte und die Folgen, die daraus erwachsen. Dobrindt spricht davon, wie zentral es sei, jüdische Einrichtungen zu schützen – und dass diese Verantwortung eben nicht an der Grenze Deutschlands Halt macht. Interessant fand ich, wie er beim Thema Antisemitismus dreifach unterscheidet: Rechtsradikal, links motiviert und importiert – der Hass kommt mittlerweile aus verschiedenen Richtungen, die alle bekämpft werden müssen. Gerade der sogenannte importierte Antisemitismus, also judenfeindliche Einstellungen, die von Zugewanderten mitgebracht werden, macht ihm offenbar Sorgen. 'Das ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft', so Dobrindt – und vielleicht ist das der wichtigste Gedanke: Wer wegschaut, macht sich mitschuldig. Und wissen Sie was? Es macht einen nachdenklich, wie Antworten auf so alte Fragen heute immer noch so aktuell bleiben.

Der Schutz jüdischen Lebens steht, so Bundesinnenminister Dobrindt, nicht zur Debatte, sondern ist im deutschen Selbstverständnis fest verankert. Neben traditionell rechtem Antisemitismus müsse sich Deutschland auch linksextremen und importierten, vor allem islamistisch geprägten, Judenhass stellen. Nach aktuellen Recherchen gab es in den letzten Monaten einen merklichen Anstieg antisemitischer Straftaten, was unter anderem zu erhöhten Sicherheitsmaßnahmen bei Synagogen und jüdischen Einrichtungen führte. Experten fordern verstärkte Bildungs- und Präventionsarbeit, um antisemitischen Einstellungen in allen gesellschaftlichen Gruppen frühzeitig entgegenzuwirken. Neuere Artikel berichten zudem, dass im Zuge des Nahostkonflikts die Bedrohungslage für jüdische Gemeinden in mehreren deutschen Großstädten weiter angestiegen ist.

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