„Es wird noch viel mehr Höfe treffen, auch solche, die bislang als besonders robust galten“, mahnt Dagmar Klingelhöller, Schweinebäuerin mit Herzblut aus Norddeutschland, im Gespräch mit dem 'Spiegel'. Sie hält in Niedersachsen und Schleswig-Holstein rund 1.300 Sauen – ziemlich beeindruckend, wenn ich ehrlich bin – und hat sich nebenher im Netzwerk Sauenhaltung Schleswig-Holstein stark gemacht. Außerdem sitzt sie fürs Netzwerk ZKHL am Tisch, wo Landwirtschaft und Handel zu vermitteln versuchen. Was ihr Sorgen macht? Die nackten Zahlen: Pro Ferkel verliert sie derzeit circa 20 Euro, der aktuelle Marktpreis für ein 25-Kilo-Ferkel stürzt mit 37 Euro in den Keller. Klingelhöller rechnet: Bei Mastschweinen gibt es rund 1,50 Euro pro Kilo – aber das reicht bei Weitem nicht aus. Rund 40 bis 50 Cent fehlt es, um wenigstens die Kosten zu decken. Das trifft auch Betriebe, die sich bei Tierwohl und Haltungsbedingungen positiv abheben. Zwischenruf – muss Schweinehaltung ein Draufzahlgeschäft bleiben? Sie selbst sagt: „Nein!“ Zusatzgeschäfte sind zwar hilfreich, retten das Kerngeschäft aber nicht. Sie fordert mehr Planungssicherheit und Fairness: Landwirte, Verarbeiter und Handel sollten sich auf feste Preise und Mengen im Voraus einigen; verbindliche Herkunftsangaben wären ein weiterer Schritt. "Fleisch sollte kein Weltreisender sein, sondern aus der Region stammen und klar erkennbar sein", sagt sie – und ich finde, da ist was dran.
Schweinehalterin Dagmar Klingelhöller warnt eindringlich davor, dass – auch wegen der seit Jahren schlechten Erzeugerpreise – immer mehr Schweinehalter aufgeben werden, selbst große und bisher stabile Höfe. Mit Verlusten von etwa 20 Euro pro Ferkel und fehlenden 40-50 Cent pro Kilo bei Mastschweinen werfen viele Landwirte das Handtuch, wie Zahlungen für nachhaltigere Haltungsbedingungen diese Defizite nicht auffangen. Aktuelle Nachrichten unterstreichen die Dringlichkeit des Problems: Laut einer Analyse der Agrarwirtschaft steht der deutsche Schweinemarkt massiv unter Druck – hohe Betriebskosten, schwankende Nachfrage und fehlende Preissicherheit lassen vor allem mittelständische Produzenten kapitulieren. Auch politische Maßnahmen wie die Förderung für artgerechte Tierhaltung greifen bislang zu kurz. Der Trend zur Aufgabe traditioneller Höfe zeigt sich deutschlandweit, was mit Farmland-Konzentration und Importverlagerung verknüpft ist.