Laut dem 'Handelsblatt' wollen die SPD-Politiker Philipp Rottwilm, Parsa Marvi und Daniel Bettermann einen sogenannten 'Bundesfonds Altersvorsorge' etablieren. Interessant dabei: Bis zu fünf Prozent des Fonds sollen bewusst in Start-ups oder neu an die Börse gebrachte europäische Firmen investiert werden können. Der Fonds wäre sowohl für die betriebliche als auch für die private Altersvorsorge einsetzbar. Perspektivisch – auch nicht ganz ohne Kontroverse – soll das Modell als Teilkapitaldeckung in die staatliche Rente einfließen. Der Bundestag hatte jüngst erst eine Reform zum Thema Altersvorsorge verabschiedet; ein weiterer Reformfahrplan steht kurzfristig an. Lars Klingbeil, SPD-Chef, hatte dazu bereits wesentliche Eckpunkte geliefert. Neu am jetzigen Vorschlag ist die explizite Verknüpfung mit einer Start-up-Förderstrategie. Dazu zählt auch das Vorhaben, steuerliche Anreize für Firmengründer zu etablieren, etwa mit sogenannten Forschungs-Tax-Credits. Der Vorstoß möchte außerdem, dass Versicherungen oder Pensionskassen unkomplizierter in junge Firmen investieren dürfen. Dafür müssten regulatorische Hürden abgebaut werden, so das Papier. Nicht nur institutionelle Investoren, auch Privatanleger sollen über neue Formen von Fonds partizipieren können. Das Ziel klingt ambitioniert: Bis 2030 könnten bis zu 25 Milliarden Euro für Start-ups mobilisiert werden – bislang ist von 12 Milliarden die Rede. Mal ehrlich: Ob das realistisch ist? Der Gedanke zumindest hätte Charme: Das eigene Altersgeld arbeitet für die Wirtschaft und vielleicht für ein Stück Zukunft.
Das Positionspapier des Seeheimer Kreises nimmt neue Ideen zur Rente in den Blick und plädiert für einen Bundesfonds, der innovativ in Start-ups investiert. Eine solche Teilkapitaldeckung könnte laut den Vorschlagenden sowohl die Altersvorsorge stärken als auch die Start-up-Landschaft Deutschlands kräftig anschieben – sollte das Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft tatsächlich gelingen. Gleichzeitig gibt es in Fachkreisen Skepsis: Die Risiken bei so jungen Unternehmen und eine mögliche Kapitalmarktabhängigkeit der Rente werden kontrovers diskutiert. Ähnliche Debatten laufen auch international, etwa in Schweden und Kanada, wo staatliche Fonds bereits zum Teil am Aktienmarkt beteiligt sind. In Deutschland hätte eine solche Reform weitreichende Folgen für Anlagestrategien, Risikobegrenzung und Generationengerechtigkeit.