Klingt erstmal wie ein typischer Zweitligasonntag, aber die Begegnungen im Ruhrstadion und in Fürth hatten es in sich – mit Wendungen, zaghaften Annäherungen ans Tor und ein paar Momenten, die unter die Haut gingen, je nachdem, für wen das Herz schlägt. Der 1. FC Nürnberg startete besser und brachte Bochum mit Zoma in der 38. Minute ordentlich ins Schwitzen: Flache Flanke, kurzer Fuß, Tor – effizient, wie man es von Clubbern kennt. Bochum brauchte gefühlt eine halbe Ewigkeit, um sich zu finden. Vor der Pause dann endlich ein Lebenszeichen: Marshall prüfte Nürnbergs Defensive, aber blieb glücklos. Im zweiten Durchgang ging es hin und her – und ausgerechnet ein Handelfmeter bringt das 1:1. Onyeka bleibt eiskalt vom Punkt (72.), danach wollten die Hausherren mehr, aber so richtig wollte kein weiterer Treffer fallen. Das Unentschieden? Wahrscheinlich verdient, auch wenn Bochum auf den Lucky Punch lauerte.
Parallel in Franken: Greuther Fürth rackert sich zu einem 2:1 gegen Bielefeld. Hrgota trifft früh (Header, 4.), Bielefeld kontert nach Ecke mit Knoche (auch per Kopf, 19.). Nach der Pause wieder das gleiche Bild: Fürth kommt besser raus, Srbeny macht das entscheidende 2:1 in Minute 53. Bielefeld, kämpferisch, beißt sich die Zähne an Fürths massiver Abwehr aus. Am Ende bleibt's beim Heimdreier für Fürth – extrem wichtig im Abstiegssog. Vielleicht kein spielerisches Feuerwerk, aber ehrlicher Zweitliga-Fußball. Und manchmal reicht das ja auch.
Der 23. Spieltag der 2. Bundesliga bot zwar keine Tore satt, dafür aber packende Momente. Bochum und Nürnberg trennten sich nach einem Elfmeter-Ausgleich 1:1, beide Teams ließen weitere Siegchancen liegen – ein Ergebnis, das den Serien der Klubs gerecht wird: Bochum hält seine kleine Ungeschlagenserie, Nürnberg nimmt immerhin einen Punkt mit. Greuther Fürth feierte derweil einen wohltuenden Heimsieg gegen Bielefeld und verschafft sich so ein bisschen Luft im Abstiegskampf.
Hinzufügend: Im Netz und in Fußballerkreisen fiel auf, dass die personellen Rotationen in den Startelfs beider Partien teils überraschten – etwa durch kurzfristige Wechsel verletzungsbedingt, was sich auf die Spielkontrolle und Dynamik spürbar niederschlug (siehe [kicker.de](https://www.kicker.de)). Interessant auch: Während Bielefeld die besseren Ballbesitzwerte aufwies, entschieden Fürths unbequeme Umschaltsituationen immer wieder wichtige Duelle – wieder ein Indiz dafür, wie wenig reiner Ballbesitz im Abstiegskampf zählt. Zudem diskutierten Experten, wie der Druck auf die Trainerstühle in Bielefeld und Nürnberg wohl nach diesen Ergebnissen weiter zunehmen dürfte. Ein Fingerzeig für die kommenden Wochen? Möglich.