US-Aktienmärkte drehen ins Plus – Hoffnung nach Zoll-Entscheidung

Die wichtigsten US-Börsen haben sich am Freitag nach oben bewegt. Der Dow Jones schloss bei 49.626 Zählern, ein Zugewinn von 0,5 Prozent. Auch S&P 500 und die Techbörse Nasdaq verbuchten ordentliche Anstiege.

20.02.26 22:23 Uhr | 2 mal gelesen

Für viele wirkte das Urteil des Obersten US-Gerichts am Freitag wie ein regelrechter Befreiungsschlag, wenngleich mit spürbar gedämpfter Euphorie bei den Anlegern. Nachdem Donald Trump im April 2025 mit seinen massiven Zollplänen eine ganze Weltwirtschaft in Aufruhr versetzte, kassierte das Gericht nun einen Großteil dieser Maßnahmen – und machte klar: Solche weitreichenden Zölle liegen in der Verantwortung des Kongresses, nicht des Präsidenten allein. Ein bahnbrechender Schritt? Das Institut der deutschen Wirtschaft sprach sogar von einem „Epochenbruch“. Trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack, denn im Kongress dominiert Trumps Partei weiterhin beide Kammern, und auch neue, wenngleich weniger flächendeckende Zölle sind nach wie vor möglich, wie das Votum von Brett Kavanaugh nahelegte. Der Markt quittierte die Nachricht mit einem kleinen Aufatmen: Euro und Gold legten zu – Letzterer um satte zwei Prozent, auf ein Preisniveau, das man lange nicht gesehen hatte. Der Ölpreis hingegen bewegte sich kaum vom Fleck und blieb leicht im Plus.

Das Urteil des Supreme Court gegen die im Alleingang beschlossenen US-Zölle wird an den Märkten dennoch nicht ganz als Signal der Entwarnung, sondern eher als Hoffnungsschimmer aufgenommen: Zwar könnten neue Handelskonflikte folgen, solange die republikanische Mehrheit im Kongress bleibt, aber der US-Präsident ist künftig in seiner Zollpolitik streng reguliert. Damit mag das Epochenbruch-Gefühl gerechtfertigt sein. Inzwischen zeigen die Kurse moderates Erholungspotenzial: Gold tendiert fester, der Dollar schwächelt ein wenig, und Europas Märkte reagierten vorsichtig, ohne die Entwicklung zu bejubeln. Das Geschehen verdeutlicht aber auch die Fragilität der globalen Finanzarchitektur: Zölle und Handelspolitik sind längst kein rein amerikanisches Thema mehr. Ein Blick auf Analysen der SZ und taz zeigt zudem, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen auf internationale Lieferketten und europäische Firmen weiterhin komplex und schwer vorhersehbar bleiben. Die politische Unsicherheit sowie die Möglichkeit, dass Trump andere Wege findet, Handelshindernisse zu schaffen, verstärken die Nervosität unter Anlegern nochmals.

Schlagwort aus diesem Artikel