Das Urteil des Supreme Court gegen die im Alleingang beschlossenen US-Zölle wird an den Märkten dennoch nicht ganz als Signal der Entwarnung, sondern eher als Hoffnungsschimmer aufgenommen: Zwar könnten neue Handelskonflikte folgen, solange die republikanische Mehrheit im Kongress bleibt, aber der US-Präsident ist künftig in seiner Zollpolitik streng reguliert. Damit mag das Epochenbruch-Gefühl gerechtfertigt sein. Inzwischen zeigen die Kurse moderates Erholungspotenzial: Gold tendiert fester, der Dollar schwächelt ein wenig, und Europas Märkte reagierten vorsichtig, ohne die Entwicklung zu bejubeln. Das Geschehen verdeutlicht aber auch die Fragilität der globalen Finanzarchitektur: Zölle und Handelspolitik sind längst kein rein amerikanisches Thema mehr. Ein Blick auf Analysen der SZ und taz zeigt zudem, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen auf internationale Lieferketten und europäische Firmen weiterhin komplex und schwer vorhersehbar bleiben. Die politische Unsicherheit sowie die Möglichkeit, dass Trump andere Wege findet, Handelshindernisse zu schaffen, verstärken die Nervosität unter Anlegern nochmals.