Innenstadt-Mieten für Einzelhändler ziehen kräftig an

Im Jahr 2024 sind die Ladenmieten in deutschen Innenstädten laut einer neuen Studie spürbar gestiegen – nach Jahren der Stagnation legen sie wieder zu, besonders in den zentralsten Lagen der Großstädte.

heute 00:03 Uhr | 2 mal gelesen

Ein bislang nicht veröffentlichter Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), auf den sich die "Rheinische Post" beruft, legt nahe: Einzelhandelsmieten in Top-Lagen der deutschen Innenstädte schnellen nach oben. Die Erhebung deckt 16 Städte ab, inklusive der größten Metropolen. Es gibt dabei hochspannende Details: So verzeichnen 2025 insbesondere München (mit einem Plus von 10,2 Prozent im gesamten Stadtgebiet) und Düsseldorf (9,5 Prozent) sehr dynamische Entwicklungen. In den Innenstädten selbst stechen Dortmund (+16,3 Prozent), Bremen (+12,8 Prozent) und erneut München (+12 Prozent) hervor. Im Schnitt bewegen sich die jährlichen Steigerungsraten (2018-2025) meist zwischen zwei und vier Prozent, wobei Bremen aus der Reihe tanzt – mit über vier Prozent jährlich. Interessant: Stuttgart bleibt trotz eher bescheidener Mietdynamik nach München weiterhin das teuerste Pflaster unter den untersuchten Innenstadtlagen. Die Analyse stützt sich auf fast 268.000 Mietangebote seit Anfang 2018 bis inkl. 2025 aus einer großen Immobiliendatenbank, was belastbare Trends ermöglicht. Unterm Strich lautet das Urteil der Forscher: Nicht nur haben sich die Mieten erholt und schießen derzeit noch schneller in die Höhe als die Verbraucherpreise – auch zeigt sich eine zunehmende Verlagerung und Verdichtung der Einzelhandelspräsenz an die attraktivsten Punkte mitten im Zentrum.

Die Mietpreise für Einzelhandelsgeschäfte in den Innenstädten haben 2024 wieder deutlich angezogen, während sie zuvor jahrelang stagnierten. Besonders deutlich war diese Entwicklung in Städten wie München, Düsseldorf und Dortmund, wo die Mieten im Vergleich zum Vorjahr zweistellig zulegten. Die Studie des IW deckt zwar eine Erholung und ein neuerliches Wachstum im innerstädtischen Einzelhandel auf, warnt aber auch vor einer wachsenden Konzentration auf hochfrequentierte Top-Standorte – mit möglicherweise negativen Folgen für weniger prominente Lagen. Nach aktuellen Presseberichten beobachten Marktforscher, dass insbesondere größere Filialisten auf diese Premiumlagen drängen, während unabhängige Händler durch die steigenden Kosten tendenziell verdrängt werden. Neben der Verlagerung von Einkaufsströmen, beispielsweise durch das starke Onlinegeschäft, gibt es auch Stimmen, die auf städtebauliche Herausforderungen hinweisen: Steigende Mieten könnten zu weniger Vielfalt im Einzelhandel und zu einer weiter sinkenden Aufenthaltsqualität führen, da kleinere, individuelle Geschäfte verschwinden. Nach aktuellen Recherchen berichten Fachmagazine zudem davon, dass die Nach-Corona-Erholungsrally an den Einkaufsstraßen zu einer gewissen Überhitzung führen könnte – was wiederum in kommenden Jahren riskant werden könnte, falls wirtschaftliche Unsicherheiten zunehmen und die Konsumlaune einbricht.

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