SPD lässt dauerhaften Bundeswehreinsatz in Grönland offen

Ralf Stegner, SPD-Außenpolitiker, äußert sich vorsichtig zum Thema Bundeswehrpräsenz in Grönland – aber eine grundsätzliche Ablehnung gibt es nicht.

20.01.26 09:57 Uhr | 5 mal gelesen

„Mehr Sicherheit in dieser Gegend ist schon ein klarer Bedarf – das sagt im Grunde niemand ernsthaft anders“, meinte Stegner am Dienstagmorgen gegenüber RTL und ntv. Trotzdem, so gab er zu bedenken, sei die Entscheidung über Truppenentsendungen alles andere als ein Selbstläufer. Es müsse immer genau betrachtet werden, was der Auftrag ist und wie er aussehen soll. "Militärische Einsätze sind keine Bagatellen, man kann das nicht so einfach abnicken." Letztlich, so Stegner, hätte der Bundestag das letzte Wort. Ein paar Hintergrundinfos schaden hier sicher nicht: Grönland gehört zwar politisch zu Dänemark, ist aber weitgehend autonom – und liegt strategisch äußerst spannend zwischen Nordatlantik und Arktis. Dass gerade Donald Trump vor einiger Zeit so etwas wie Besitzansprüche auf Grönland anmeldete, dürfte vielen noch im Gedächtnis sein. Die Weltlage ist kompliziert: Mit den vielen NATO-Staaten in der Region, darunter Deutschland, gelten gegenseitige Beistandsverpflichtungen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Grönland und Dänemark neulich zumindest Unterstützung auf der diplomatischen Bühne zugesichert. Inzwischen hat Trump zusätzlich einen Exportzoll für Waren aus diversen europäischen Staaten, darunter auch Deutschland, angekündigt – erst 10 Prozent, dann im Sommer hoch bis zu 25 Prozent! Die EU berät, wie sie auf diese neue Belastung reagieren kann.

Ralf Stegner von der SPD schließt einen dauerhaften Bundeswehreinsatz in Grönland nicht kategorisch aus, unterstreicht aber die notwendige Sorgfalt bei Entscheidungen über Auslandseinsätze und fordert eine Abstimmung im Bundestag. Hintergrund sind die wachsenden geopolitischen Spannungen in der Arktis und die Verschärfung durch die US-amerikanischen Strafzölle auf Waren aus neun europäischen Ländern, die nach Aussagen von Stegner und anderen europäischen Politikern neue Herausforderungen für die Sicherheitspolitik Europas darstellen. Die Bundesregierung, vertreten durch Bundeskanzler Merz, sichert diplomatische Unterstützung zu, während die NATO-Staaten ihre Kooperation in der Region intensivieren und die EU parallel an Gegenmaßnahmen gegen die US-Zölle arbeitet. Erweiternd betrachtet betonen aktuelle Berichte aus der deutschen Presse die steigenden Militärinteressen verschiedener Nationen in der Arktis angesichts des Klimawandels und der freiwerdenden Ressourcen. So wird auch die Rolle Deutschlands innerhalb der NATO diskutiert, gerade im Zusammenhang mit der Stationierung von Truppen oder diplomatischen Initiativen für mehr Stabilität im Nordatlantikraum. Besonders heikel ist die Debatte vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Risiken, die neue Zölle für deutsche und europäische Unternehmen mit sich bringen könnten – die politischen Reaktionen darauf sind unterschiedlich, von defensiven Haltungen bis hin zu offenen Gegenstrategie-Vorschlägen.

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