Zorn bemängelte öffentlich, dass Vertreter der Ölkonzerne in der Taskforce-Sitzung kaum nachvollziehbar erklären konnten, warum in Deutschland die Spritpreise trotz eines Rückgangs am Weltmarkt nicht ebenfalls fallen. Das lasse Raum für Misstrauen und nährt den Verdacht, dass auf dem heimischen Markt nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Deshalb setzt die SPD sich nun für ein Spritpreis-Paket ein: Zentrales Anliegen ist ein Preismodell nach österreichischem Beispiel sowie eine schlagkräftigere Rolle für das Bundeskartellamt. Künftig müsse das Amt die Handhabe bekommen, rasch zu ermitteln und notfalls durchzugreifen, wenn Preisabsprachen oder Marktmanipulationen auch nur vermutet werden. Das Bundeskartellamt mahnt allerdings zur Vorsicht: Laut Präsident Andreas Mundt ist die Spritpreisbildung ein undurchschaubares Geflecht – man stehe zwar bereit zu handeln, könne aber derzeit kein wettbewerbswidriges Verhalten feststellen. Einfache Lösungen, etwa als "Preispolizei" einzugreifen, seien rechtlich gar nicht möglich, so Mundt, zumal der Markt extrem transparent ist und die Unternehmen jederzeit wissen, was die Konkurrenz verlangt.
Die aktuelle Debatte um die Spritpreise in Deutschland hat durch die Aussagen von SPD-Fraktionsvize Armand Zorn neue Fahrt aufgenommen. Zentraler Kritikpunkt ist die mangelnde Transparenz bei der Preisbildung und der Eindruck, dass Preisvorteile vom Weltmarkt nicht an Verbraucher weitergegeben werden. Während die Politik – inspiriert vom österreichischen Modell – über eine strengere Regulierung nachdenkt und dem Bundeskartellamt mehr Macht einräumen möchte, dämpft dessen Chef die Erwartungen: Ohne harte Beweise von unfairem Verhalten oder illegalen Absprachen bleibt das Eingreifen schwierig.
Recherchen aktueller Artikel, unter anderem von der Süddeutschen Zeitung und dem Spiegel, zeigen, dass in vielen europäischen Ländern über ähnliche Maßnahmen diskutiert wird. Besonders Frankreich hat jüngst eine Sondersteuer auf Übergewinne eingeführt, um die Bürger zu entlasten. Die Situation heizt nicht nur politische Debatten an, sondern sorgt auch bei Verbraucherschützern für neue Forderungen nach mehr Transparenz und schnelleren Eingriffsmöglichkeiten von Behörden.