Sprungbrett für Operntalente: Die neuen Stimmen der Kammeroper Wien

Gestern Abend wurde die Wiener Kammeroper zum Treffpunkt der Opernwelt: Junge Sängerinnen und Sänger wagten sich beim Graduiertenvorsingen vor eine illustre Jury und ein interessiertes Publikum. Das bewährte Format bringt angehende Opernstars und Branchenprofis zusammen, öffnet Türen und schmiedet Karrieren – manchmal überraschend schnell.

heute 13:29 Uhr | 6 mal gelesen

Das diesjährige Graduiertenvorsingen in Wien war mehr als nur ein klassisches Vorsingen. Nach drei erfolgreichen Jahren wurde das Format mit Unterstützung des Rotary Club Wien – Prinz Eugen und Operabase zum Graduiertenwettbewerb weiterentwickelt. Plötzlich ging es nicht mehr nur ums Dabeisein – Preise warteten auf die Besten, ausgewählt von einer bunt gemischten Fachjury (u. a. Adrian Eröd, Susann Kalauka, Maurice Lenhard, Cristiano Sandri, Carolin Wielpütz und Evamaria Wieser). Wer schon mal in so einer Atmosphäre gesungen hat, weiß, wie nah Lampenfieber und Aufbruchsstimmung beieinanderliegen. Am Ende zeigte die Jury Fingerspitzengefühl: Beatriz Maia aus Portugal (Sopran, Theaterakademie München) durfte gleich doppelt jubeln – sie räumte sowohl den ersten als auch den Publikumspreis ab. Salvador Sinão (Tenor, Dutch National Opera Academy Amsterdam) wurde Zweiter, Tara Cassan (Sopran, MUK Privatuniversität Wien) Dritte. Was vielleicht auffällt: Die Kammeroper bleibt ein Magnet für Talente aus aller Welt, nicht bloß aus Österreich – das zeugt von ihrer Strahlkraft. Und als ob es einen Kreis schließen sollte, sitzt mit Adrian Eröd ein ehemaliger Kammeroper-Sänger heute in der Jury. Die Veranstalter betonten wieder die Rolle der Kammeroper als Startrampe für Opernnachwuchs. Zwischen Requisiten und altem Holz riecht man förmlich die Geschichte großer Stimmen. Oper ist eben kein Elfenbeinturm, sondern offen für frische Stimmen und neue Lebenswege – manchmal beginnt alles auf solch einer Bühne. Ein besonderer Dank ging an die Förderer, ohne die es wohl nicht so dynamisch zugehen würde.

Die Wiener Kammeroper bot beim Graduiertenvorsingen jungen Gesangstalenten eine Bühne, um sich vor internationalen Entscheider*innen aus Oper, Agenturen und Musiktheater zu präsentieren. Beatriz Maia (Sopran, Portugal) überzeugte Jury und Publikum gleichermaßen und gewann sowohl den ersten Preis als auch den Publikumspreis; weitere Preisträger sind Salvador Sinão (Tenor, Portugal) und Tara Cassan (Sopran, Frankreich). Das neu gestaltete Format – erstmals als Wettbewerb mit Preisen – unterstreicht die Bedeutung der Kammeroper als Talentschmiede und Förderplattform, während die Jury-Besetzung die starke internationale Vernetzung der österreichischen Opernszene widerspiegelt. Ergänzende Recherche: In aktuellen Berichten betonen viele Medien die Notwendigkeit frischer Perspektiven und internationaler Vernetzung in der Kulturszene – gerade angesichts der schwierigen Lage vieler Theater nach der Pandemie, wie etwa die Debatten um Finanzierung oder Diversität in deutschen und österreichischen Bühnenlandschaften zeigen (taz.de). Auch werden europaweit neue Förderformate für Nachwuchskünstlerinnen geschaffen, etwa durch spezielle Stipendien oder Mentorenprogramme (spiegel.de). Nicht zuletzt überrascht der Wandel im Publikum: Jüngere und diversere Zuschauergruppen interessieren sich zunehmend für experimentelle Musiktheaterformen, was auch die klassischen Institutionen herausfordert, ihr Angebot kreativer und zugänglicher zu gestalten (zeit.de).

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