Weimer ließ durchblicken, dass ihm die aktuellen Entwicklungen ziemlich gegen den Strich gehen. "Die Worte von Aktivisten, ganz gleich, aus welcher Ecke sie stammen, dürfen nicht das Narrativ der Berlinale prägen", machte er in der 'Rheinischen Post' klar. Seiner Ansicht nach braucht es bessere Schutzmechanismen für Jury-Mitglieder, Mitarbeitende und Filmschaffende, damit sie sich bei der Arbeit nicht ständig vor unvorhergesehenen Protesten oder verbalen Attacken fürchten müssen.
Neben einem überarbeiteten Verhaltenskodex regte er auch personelle und organisatorische Veränderungen an – damit, wie er sagte, ähnliche Vorfälle in Zukunft ausbleiben. Besonders bitter: Weimer monierte, dass die eigentlichen Glanzlichter des Festivals – eben die Filme und ihre kreativen Köpfe – durch die lautstarken Aktionen politischer Aktivisten fast unter den Tisch gefallen seien. Der eigentliche Diskurs sei vergiftet worden.
Dennoch hielt er fest: "Die Berlinale bleibt ein Ort für Filmkunst, Toleranz und Dialog." Das wissen, laut ihm, alle, die je auf dem Festival mitgewirkt haben. Und doch: Für Hetze, Antisemitismus oder Bedrohungen sieht Weimer dort keinen Platz mehr.
Weimer fordert nach anhaltender Kritik und Störungen bei der Berlinale eine grundlegende Neuorientierung des Filmfests, wobei er besonderen Wert auf Schutz vor aktivistisch motivierten Übergriffen und die Sicherung eines respektvollen Miteinanders legt. Diese Forderungen treffen in der Kulturbranche auf geteiltes Echo; einige begrüßen eine stärkere Absicherung, andere fürchten Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Im Kontext bundesweiter Debatten über Antisemitismus und Protestkultur verstärken Weimers Aussagen den Druck auf die Berlinale-Leitung, wirksame und gerechte Lösungen zu finden, um sowohl künstlerische Freiheit wie auch Sicherheit zu gewährleisten.