Manchmal gleicht der deutsche Arbeitsmarkt einer Welle nach einem Sturm: Die Oberfläche wirkt träge, aber unter der Oberfläche brodelt es gewaltig. Für 2025 sieht es so aus, als habe sich Deutschland auf einem Hochplateau festgehakt – zumindest, was die Zahl der Beschäftigten angeht: Mit rund 46 Millionen Erwerbstätigen bleibt alles nahezu beim Alten, laut Statistischem Bundesamt gerade mal 5.000 weniger als im Jahr davor. Klingt erstmal beruhigend. Aber Moment – der rekordverdächtige Zuwachs der vergangenen Jahre, überhaupt dieses stete Wachstum seit 2006 (mal abgesehen vom Coronadämpfer 2020), kommt diesmal ins Stocken. Möglicherweise – und das fühlt sich für viele beunruhigend an – kippt da gerade ein Trend.
Schuld daran ist, neben der schlappen Konjunktur, der altbekannte Demografie-Hammer: Die Babyboomer gehen in Rente, Nachwuchs bleibt aus. Immerhin, und das ist ein Lichtblick, sorgen Zuwanderung und höhere Erwerbsbeteiligung, insbesondere von Frauen und älteren Menschen, für spürbare Entlastung.
Die Musik spielt, wie fast immer, bei den Dienstleistungen: Über drei Viertel aller Beschäftigten werkeln inzwischen in diesem Sektor. Insbesondere in Bereichen wie Gesundheit, öffentliche Dienste und Erziehung boomen die Jobs – ganz im Gegensatz zu den unternehmensorientierten Dienstleistungen oder dem IT-Bereich. Dort hat das Wachstum nach Jahren abrupt gebremst und ist teils erstmals zurückgegangen. Handel, Verkehr und Gastgewerbe treten ebenfalls auf der Stelle.
Industrie und Baugewerbe verlieren – keine Überraschung, aber das Ausmaß ist schon bemerkenswert: Fast jeder 50. Job im produzierenden Gewerbe fiel 2025 weg, das Baugewerbe schrumpfte ebenfalls. Und Landwirtschaft? Auch kein Wunder, die Zahlen sinken kontinuierlich.
Bemerkenswert bleibt: Trotz der Stabilität bei sozialversicherungspflichtigen Jobs – Minijobs und Selbstständige leiden weiter. Und die Arbeitslosenzahlen? Sie steigen kräftig: Plus 10,8 Prozent – das ist deutlich. Man könnte meinen, der Arbeitsmarkt hält nur mit Ach und Krach den Schein der Ruhe aufrecht.
2025 hat Deutschland erstmals seit vielen Jahren keine wachsende Zahl an Erwerbstätigen mehr zu verzeichnen – die Beschäftigtenzahl stagniert, nachdem sie jahrelang angestiegen war. Der demografische Wandel und die wirtschaftliche Abkühlung bremsen die Dynamik, während vor allem der Dienstleistungssektor Beschäftigung rettet, besonders in Gesundheit und Erziehung, während Industrie und Bau Arbeitsplätze verlieren. Gleichzeitig steigen die Arbeitslosenzahlen, vor allem weil nicht genügend junge Arbeitskräfte nachrücken und sich die Lage für selbstständige oder geringfügig Beschäftigte verschlechtert.
Neue Zahlen und Einschätzungen aus aktuellen Medienberichten (Stand: Juni 2024) untermauern den Trend: Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass Unternehmen in Deutschland angesichts schwacher Konjunktur die Einstellungen zurückfahren und bereits über eine 'Konsolidierungsphase' sprechen. Die FAZ hebt hervor, dass trotz Zuwanderung 'strukturelle Hürden' wie Fachkräftemangel und unzureichende Digitalisierung den Arbeitsmarkt massiv belasten. Laut Der Spiegel dominiert im deutschen Mittelstand die Sorge, dass politische Unsicherheiten, Kostensteigerungen und die lahmende Weltwirtschaft die Arbeitsplätze in klassischen Industriebereichen weiter gefährden.