Die Debatte um die Entkriminalisierung von Schwarzfahren nimmt Fahrt auf: Hubig kritisiert vor allem die sozialen Folgen, wenn Menschen ohne Geld ins Gefängnis geraten, und die Ressourcenverschwendung in Justiz und Verwaltung. Hinzu kommt, dass laut Polizeilicher Kriminalstatistik allein in diesem Jahr bereits über 144.000 Fälle polizeilich verfolgt wurden – ein erhebliches Arbeitsaufkommen für Gerichte. Kritische Stimmen argumentieren jedoch auch, dass ein völliges Absehen von Strafe zu neuen Problemen im öffentlichen Verkehrssektor führen könnte, etwa zu einem Rückgang der Einnahmen und einer schwierigeren Durchsetzung von Regeln. In neuen Medienberichten (z.B. bei Spiegel und Zeit) wird zudem beleuchtet, dass viele Ersatzfreiheitsstrafen vor allem Personen mit prekären Lebensverhältnissen treffen – und auch Strafvollzugsanstalten dadurch belastet werden. Diskutiert werden Alternativen wie Verwarnungen, Bußgelder oder gemeinnützige Arbeit anstatt Gefängnisstrafen. Außerdem ist in verschiedenen Städten bereits ein Rückgang der Gefängnisstrafen nach Alternativmodellen zu beobachten.