Handgreiflicher Vorfall am AfD-Stand: Abgeordneter Vallendar attackiert

Bei einer Wahlkampfaktion der Berliner AfD kam es am Samstag zu einem tätlichen Angriff – offenbar gezielt auf den Abgeordneten Marc Vallendar.

heute 15:48 Uhr | 3 mal gelesen

Was am Samstagnachmittag in der Wilmersdorfer Straße in Berlin passierte, klingt beinahe wie eine kurze Szene aus einem Film: Ein bislang unbekannter Mann goss eine Cola-Dose über den Infostand der AfD aus, als ob es sich bei politischem Gespräch um ein Softdrinkproblem handelte. Vallendar, Berliner Abgeordneter, wollte das nicht hinnehmen – und fing sich prompt einen Schlag ins Gesicht ein. Der Täter ergriff daraufhin laut Parteiangaben die Flucht. Parteifreunde und ein paar Passanten folgten ihm noch eine Weile, erwischen konnten sie ihn aber nicht. Immerhin, so heißt es aus der AfD-Zentrale, gäbe es brauchbare Fotos, und man sei optimistisch, dass die Polizei dem Täter auf die Spur kommt. Vallendar zeigte den Angriff wegen Körperverletzung an. Laut seiner eigenen Stellungnahme sollen solche Gewalttaten auf demokratische Beteiligung einschüchtern – ein Vorhaben, dem Vallendar gelassen entgegentritt. Interessant ist, wie er die politische Verantwortung kategorisch der „radikalisierten Linken“ zuschreibt – ein Standpunkt, der polarisiert. So leicht will sich die AfD von Angriffen jedenfalls nicht mürbe machen lassen. Warum Menschen im Umfeld politischer Veranstaltungen immer wieder die Nerven verlieren? Darauf gibt es wahrscheinlich nie eine kurze, eindeutige Antwort.

Am Samstag vormittag wurde am Infostand der Berliner AfD in Charlottenburg der Abgeordnete Marc Vallendar angegriffen, nachdem ein Unbekannter zunächst Cola über den Stand schüttete und dann mit der Faust auf Vallendar losging. Die Polizei hat auf Basis aussagekräftiger Fotos eine Fahndung eingeleitet; Vallendar erstattete Anzeige. Gewalt gegen Politiker, auch im Wahlkampf, nimmt in Deutschland seit Monaten spürbar zu – unabhängig von der politischen Richtung. Auch aus aktuellem Anlass beschäftigt das Thema 'Gewalt im Wahlkampf' zahlreiche deutsche Medien, wobei Übergriffe auf Wahlkämpfer:innen verschiedener Parteien, insbesondere im Vorfeld der EU-Wahl, Schlagzeilen machen. Laut dem Lagebericht des Bundesvorstandes der Polizeigewerkschaft verzeichnen zahlreiche Wahlhelfer massiv zunehmende Anfeindungen, von Sachbeschädigungen bis zu physischen Attacken.

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