FDP-Bundestagsvize Henning Höne fordert echten Aufbruch für die Liberalen

Henning Höne, der derzeit um den Vorsitz der FDP kämpft, macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über das Bild, das die Partei derzeit abgibt – zu wenig Abgrenzung, zu wenig neues Profil, zu viel Einheitsbrei mit der Ampel. "Nur ein klarer Einschnitt kann uns wirklich erneuern", erklärt er. Für ihn ist ein Kurswechsel unumgänglich.

heute 00:03 Uhr | 2 mal gelesen

Es reicht nicht, einfach auf altbekannte Gesichter und Plattitüden zu setzen, meint Höne. "Den früheren FDP-Wählerinnen und Wählern müssen wir zeigen, dass wir die Partei von Grund auf erneuern wollen," betont er. Seine Kandidatur für den Bundesvorsitz liest sich gewissermaßen als Einladung zum Aufbruch, egal wie viele sich noch bewerben – zuletzt hatte Wolfgang Kubicki seine Ambitionen bekundet. "Mir ist es wichtig, dass es verschiedene Stimmen und Sichtweisen bei uns gibt. Komische parteiinterne Grabenkämpfe bringen uns nicht weiter", fügt Höne an. Er bestreitet, dass Richtungsentscheidungen das Rezept gegen den Abwärtstrend seien – im Gegenteil, es gelte, die Partei zusammenzuführen und die Bandbreite der Liberalen sichtbar zu machen. Mit Blick auf die aktuelle Krise, die sogar noch schlimmer sei als im Katastrophenjahr 2013, stellt Höne selbstkritisch fest: "Kaum einer vermisst derzeit die FDP, das tut weh." Aber in vielen Gesprächen außerhalb der Berliner Blase, so sagt er, höre er, dass es an freiheitlichen Ideen und Perspektiven mangle. Die FDP habe den Anschluss verloren. "Wir müssen da ran." Auch auf die Macht der Erzählung setzt Höne: Mehr Optimismus, konkrete Lösungen, Fokussierung auf traditionelle liberale Werte wie Marktwirtschaft und Bürgerrechte. "Es braucht aber auch den Mut, Dinge klar zuzuspitzen – insbesondere in den sozialen Medien will ich, dass wir endlich wieder Akzente setzen." Vieles klingt wie ein Appell an die eigene Partei, endlich wieder mutig und unverwechselbar zu werden.

Höne wirbt für einen echten Neubeginn der FDP, den er als Befreiungsschlag von der Ampel-Politik versteht. Nur ein deutlicher Neuanfang – personell und inhaltlich – könne das Vertrauen der einstigen FDP-Wählerinnen und Wähler zurückgewinnen, so Höne. Mit seiner Haltung grenzt er sich von Kampfabstimmungen und Richtungsscharmützeln ab und betont die Notwendigkeit pluraler Perspektiven. Laut aktuellen Meldungen spitzen sich die innerparteilichen Debatten zu: Kubicki hat auch seine Kandidatur angekündigt und verschiedene FDP-Landesverbände fordern mehr Mut zur Unabhängigkeit, was die Spaltungstendenzen eher verstärkt. Zeitgleich ringen Liberale bundesweit mit desaströsen Umfragewerten, vor allem nachdem die Ampel-Regierung in zentralen Politikfeldern wie Wirtschaft, Migration und Digitales an Ansehen eingebüßt hat. Nach aktuellen Pressemeldungen und Analysen wird von FDP-Funktionären zunehmend gefordert, profilierter und unverwechselbarer aufzutreten – besonders in der Außenwahrnehmung und Kommunikation, wie auch Höne es fordert.

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