Ebenso hat Knut Bergmann vom Institut der deutschen Wirtschaft beobachtet, dass Unzufriedenheit und Frust bei manchen Firmenchefs Wurzeln schlagen. "Der Frust ist gewaltig", gibt er zu – viele erleben politische Untätigkeit. Trotzdem sieht er die AfD-Unterstützung in Unternehmerkreisen nicht als Massenphänomen: "Das bleibt randständig." Richtig kritischer wird es aus seiner Sicht nur, falls die AfD Regierungsverantwortung übernimmt oder deren Ideen in anderen Parteien auf breite Zustimmung stoßen.
Für Unternehmen, die Distanz halten wollen: Bergmann empfiehlt, den Dialog mit Beschäftigten ehrlich zu führen – nicht drohen, sondern aufklären. Sachlich, ruhig und ohne Moralfinger – so könne man Fremdeln mit extremen Positionen am besten begegnen.
Marcel Fratzscher stellt klar: Zu große Nähe zur AfD ist für Unternehmen aus wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gründen riskant. Er spricht sich für standhafte wirtschaftliche Verantwortung aus, gerade in unruhigen Zeiten der Demokratie. Knut Bergmann sieht zwar viele frustrierte Stimmen in der Wirtschaft angesichts ausbleibender Reformen, erkennt aber keine breite Bewegung pro AfD – entscheidend sei, dass Unternehmen Ängsten mit Argumenten und echter Diskussion begegnen und nicht mit Zeigefinger oder Panikmache. Neue Details aus der Recherche: Die Debatte über den Einfluss rechtspopulistischer Strömungen auf die deutsche Wirtschaft hat in den letzten Tagen in mehreren großen Medien fortgelebt. Laut mehreren Wirtschaftsführern steigt der Druck auf Unternehmen, Haltung zu zeigen, etwa durch die öffentliche Unterstützung demokratischer Initiativen oder die Ablehnung radikaler Positionen bei Betriebsversammlungen. Diskutiert werden außerdem die Risiken einer internationalen Isolation, sollte die AfD an Einfluss gewinnen, insbesondere für exportorientierte Branchen.